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Kiel Programmieren ohne Schlaf in Kiel
Kiel Programmieren ohne Schlaf in Kiel
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19:08 10.11.2016
Von Kathrin Mansfeld
Die Entwickler Dennis Sen (28), Knut Reimer (33), Daniel Hermann (26) und Axel Stronzick (33, v. li.) beschäftigen sich beim Hackathon mit einem Big-Data-Projekt. Quelle: Frank Peter
Kiel/Heikendorf

Das Ziel: gemeinsam in einem kurzen Zeitraum nützliche oder unterhaltsame Software zu entwickeln.

 „Informatik veraltet so schnell. Deshalb sind wir immer wieder auf neue Ideen angewiesen“, sagt der Leiter der Entwickler, Tim Hartnack, der das Projekt betreut. „Im besten Fall finden wir heute noch ein neues Produkt.“ Zum ersten Mal hatte das Unternehmen auch Studenten eingeladen. „Sie können so mit erfahrenen Programmierern auf eine lockere Art und Weise in Kontakt kommen und sich ausprobieren“, erklärt Geschäftsführerin Britta Blömke.

 Insgesamt stehen acht Ideen auf dem Plan. Die Programmierer können beispielsweise auswählen zwischen sehr technischen Big-Data-Projekten, einer Routenplaner-App für Elektrofahrzeuge oder witzigen Ideen, wie einer „Wann kommt Papa nach Hause“-App.

 Nach kurzer Beratung bilden sich schnell sechs Teams. Der Startschuss zum Hackathon fällt. Laptops kommen auf den Tisch, Kabel werden verlegt, Rechner gestartet. Innerhalb von nur wenigen Minuten wird aus den kargen Schreibtischen eine Entwickler-Zentrale. Jetzt heißt es 24 Stunden durchhalten.

Ähnliche Motive

 Die Motive der Teilnehmer sind ähnlich. „Ich finde es interessant, zu sehen, was man alles an einem Tag schaffen kann“, sagt FH-Student Ernesto Blanco Cardenas. Er hat sich zusammen mit einem Mitarbeiter von FLS für das Projekt „Routenplaner für E-Mobilität“ entschieden. Sein Teamkollege Kevin Prohn, Doktorand an der Universität in Kiel, hat bereits bei einem Hackathon mitgemacht. „Ich bin gespannt, was heute noch herauskommt“, sagt Prohn.

 Zwischen Weingummis, Schokolade, Obstsalat und Energiedrinks sind die Ersten schon nach wenigen Minuten voll und ganz vertieft in ihre Arbeit. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Informatik-Student Dietmar Haar, der sich gemeinsam mit seinen Kommilitonen Richard Jungebauer und Anatolij Novosolov für die Entwicklung einer Reise-App entschieden hat. Nutzer sollen hier gemeinsam mit Freunden ihre Ausflüge besser planen können. Die Antworten der Studenten bleiben kurz. Die Zeit läuft. Haar beugt sich wieder konzentriert über seinen Laptop. Die drei angehenden Informatiker sind zum ersten Mal bei einem Hackathon dabei.

 Doch auch für Angestellte hat dieses Entwickler-Treffen seinen Reiz: „Es fördert unsere Kreativität. Man hat nur wenig Zeit, ist aber gleichzeitig sehr fokussiert auf ein Ergebnis“, sagt FLS-Mitarbeiter Daniel Hermann. Seine Durchhaltestrategie für die Nacht? „Viel Spaß, gute Kollegen und Energiedrinks“, sagt der 26-Jährige. Damit auch wirklich niemand einschläft, ist für Mitternacht noch ein bisschen Sackhüpfen angesagt. Für Pizza am Abend und Katerfrühstück am Morgen – vom hauseigenen Koch – ist auch gesorgt. Ist die Nacht überstanden, wird am Freitag eine Jury aus zwei FH-Professoren und der Geschäftsführung von FLS die ersten drei Plätze verkünden. Insgesamt wird ein Preisgeld von 600 Euro für die besten Konzepte vergeben. Von der Idee bis zum fertigen Produkt dauert es aber länger als 24 Stunden. „Bei unserem letzten Hackathon ist eine Idee entwickelt worden, die wir Wochen später als Software an einen Kunden verkaufen konnten“, weiß Hartnack.

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