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Kiel Obdachloser Bernhard kehrt zur Familie zurück
Kiel Obdachloser Bernhard kehrt zur Familie zurück
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07:55 06.02.2017
Von Karina Dreyer
Haben sich 23 Jahre nicht gesehen: Bernhard (rechts) und sein jüngerer Bruder Norbert, der ihn am Wochenende mit nach Hause nahm. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Die letzten zwei Wochen fand Bernhard Unterschlupf in einer Gartenlaube und stand telefonisch in Kontakt mit seiner Familie. „Wir haben versucht, ihn zu finden, doch das war schwierig, weil er immer wieder umgezogen ist“, erklärt sein Bruder Norbert.

 Warum das Leben sie trennte, ist so genau nicht zu beschreiben. „Jeder war irgendwie mit sich selbst beschäftigt“, begründet der 52-Jährige. Das soll sich nun ändern. Im Elternhaus wurde für Bernhard das Jugendzimmer wieder hergerichtet. Dort kann er bleiben, bis er in eine kleine Wohnung in der Nähe ziehen kann. „Nun müssen wir ihm aber erst einmal wieder alle Papiere beschaffen, die ihm gestohlen wurden“, beschreibt Norbert die anstehenden Dinge.

 Und wie war es, sich nach 23 Jahren wiederzusehen und in die Arme schließen zu können? „Eigentlich völlig normal, als hätten man sich zwei Wochen nicht gesehen“, sagt Bernhard. Seine sieben Sachen hat er gepackt. Darunter viele Dinge, die ihm die Kieler nach dem Bericht gespendet hatten. Und von denen möchte er sich nicht trennen, ebenso wenig von seinen Isomatten und Schlafsäcken.

 Auf die Frage, was er den ganzen Tag auf der Bank im Park gemacht hat, antwortete er vor einem Monat noch: „Ich bin extrem zeitlos und warte im Grunde genommen nur auf den Tod“. Das sieht für ihn nun plötzlich anders aus. Für Bernhard beginnt ein neues Leben im Kreise seiner Familie, zu der auch noch sein 83-jähriger Vater gehört, der beim Wiedersehen vor Freude geweint hat. „Es war uns allen einfach nur wichtig, dass Bernhard nach Hause kommt“, sagt sein Bruder. Lange Zeit habe die Familie sogar geglaubt, er sei tot. „Wir waren so froh, von ihm endlich ein Lebenszeichen zu bekommen“, betont er.

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