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Kiel Mit Smartphone gegen den Schlaganfall
Kiel Mit Smartphone gegen den Schlaganfall
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14:11 14.09.2018
Von Kristian Blasel
Ein Finger am Smartphone reicht: Christian Elsner, Hackathon-Organisator und kaufmännischer Direktor des UKSH, stellt die neue App in Kiel vor. Quelle: Frank Peter
Kiel

Falls sich Auffälligkeiten ergeben, wird automatisch der Kontakt zum Arzt hergestellt. Die App „Heartbeats“, die voraussichtlich in 14 Tagen im Netz heruntergeladen werden kann, hat das Ziel, dem sogenannten Vorhofflimmern auf die Spur zu kommen. „Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall“, sagte am Donnerstag UKSH-Chef Jens Scholz. Das Flimmern trete aber oft nur zeitweise auf und sei bei Arztbesuchen nicht immer festzustellen. Die App könne daher eine sinnvolle Hilfe für die Diagnostik sein.

Die Pulskurve wird mit dem Video-Signal der Kamera ermittelt

Mit dem Programm, das aus dem Video-Signal der Smartphone-Kamera die Pulskurve ableitet, kann das gefährliche Vorhofflimmern nach UKSH-Angaben mit 95-prozentiger Genauigkeit ermittelt werden. Das sei „nahezu EKG-Qualität“.

Gebe es Auffälligkeiten, werde dies sofort angezeigt. Auf Wunsch können die Daten dann im UKSH in einer elektronischen Akte erfasst und weiterbearbeitet werden.

Sonnabend startet um 10 Uhr der Publikumstag in der Sparkassen-Arena in Kiel

Die App wird im Rahmen des „Healthcare Hackathons“ präsentiert, der am Mittwochabend begann und sich am Sonnabend ab 10 Uhr mit einem Publikumstag an die Öffentlichkeit wendet. Laien bekommen dann auf der europaweit größten Veranstaltung zur Entwicklung der digitalen Medizin die Möglichkeit, sich kostenlos über den Einsatz von Drohnen, Robotern oder Software im Klinikalltag zu informieren.

„Wir gestalten die Messe bewusst als Familientag“, sagte Christian Elsner, kaufmännischer Direktor des UKSH am Campus Lübeck und Cheforganisator der Veranstaltung.

Ab Donnerstagabend suchen 200 Talente nach digitalen Lösungen für die Medizin

Herzstück des Hackathons, der vom UKSH in Zusammenarbeit mit den Technologiekonzerne IBM und Merck sowie den Kieler Nachrichten und dem Coworking-Space Fleet 7 organisiert wird, ist ein Programmierwettbewerb. Ab Donnerstagabend suchen 200 junge Talente in 26 Teams Lösungen für die Medizin der Zukunft.

Am Ende entscheidet eine Jury über die Preisvergabe im Wert von 51000 Euro. „Unsere Herausforderung ist es, Ideen in die Realität zu bringen“, sagte Elsner. Neben der App „Heartbeats“, die von dem ersten Hackathon vor einem Jahr „wichtige Impulse“ bekommen habe, sei auch die Software „Bettenmanager“ ein Beweis, dass dies gelingen kann. Das Programm hilft bei der Suche nach Intensivbetten in den Kliniken des Landes.

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