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Kiel Programmieren, bis der Arzt kommt
Kiel Programmieren, bis der Arzt kommt
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19:48 26.07.2017
Von Niklas Wieczorek
Sie hauen in die Tasten: Hackathons sind ein Veranstaltungsformat, das in der Programmierszene immer beliebter wird. In einem abgesteckten Zeitraum werden so häufig minimal-vorzeigbare Programme oder Produkte erstellt. Quelle: Malte Christians/dpa
Kiel

"Er ist nach unseren Recherchen bereits jetzt der größte ,Healthcare Hackathon' in Deutschland", sagt Christian Elsner, einer der Organisatoren und kaufmännischer Direktor am Campus Lübeck des UKSH. Das Klinikum präsentiert das Wochenende zum Abschluss der Digitalen Woche Kiel mit den IT-Unternehmen Cisco und IBM sowie den Kieler Nachrichten. Schirmherr von "Gesundheit morgen" und des "Healthcare Hackathons" ist Gesundheitsminister Heiner Garg: "Gemeinsam eine Software herzustellen, von der Patientinnen und Patienten nicht nur in Schleswig-Holstein konkret profitieren können, ist ein faszinierendes Projekt. Ich freue mich auf viele kreative Team-Leistungen beim Hackathon 2017 in Kiel", so Garg.

So funktioniert es

Ein Hackathon ist ein Programmier-Wettbewerb unter Zeitdruck. Computer-Cracks, Rechner, Kabel und digitale Fachbegriffe werden also die Räume Schweden und Dänemark im Obergeschoss der Arena ab dem Morgen des 22. Septembers dominieren. Und schon am anschließenden Nachmittag werden die Programme vorgestellt. Die besten Entwickler erhalten Preise im Wert von bis zu 15000 Euro. Klingt komplex, der Zugang zu dem Programmier-Event ist aber einfach gehalten.

Kein spezifisches Thema - keine spezifischen Teams

"Unsere Philosophie ist: Wir haben kein spezifisches Thema und keine spezifischen Teams", so Elsner. Das heißt: Alle Interessierten, ob Start-ups, Studenten, Firmen oder einsame Talente können sich online anmelden – und Ideen einbringen. Die Teilnehmer sollten programmieren können oder sich damit ein wenig auskennen: "Wir sind aber bewusst für Mischungen offen", sagt Elsner.

Ähnlich offen ist auch noch, woran sich die Teilnehmer letztlich versuchen. Zwar stehen bereits einige Themen wie das "Internet der Dinge" bis hin zur Präzisionsmedizin zur Auswahl. "Beispielsweise könnte ich sagen: Ich möchte dafür sorgen, dass Rezepte endlich digital unterschrieben werden können", sagt Elsner. Was schlussendlich ausgearbeitet wird, ist aber ein Aushandlungsprozess. Ebenso wie die Frage, wer mit wem arbeiten wird. Bis zum 15. August können sich noch bis zu 100 zusätzliche Teilnehmer anmelden. Die Veranstalter stellen dann Teams und Themen zusammen.

Betreuung und technische Unterstützung stehen bereit

"Das Format des Team-Wettbewerbs fördert den innovativen Austausch und erweitert die Grenzen jedes Einzelnen", sagt Minister Garg. Elsner peilt 15 bis 20 Teams mit jeweils drei bis sechs Personen an. Die sind aber nicht auf sich allein gestellt: Vorab stehen Online-Kurse bereit, die notwendige Technik stellen Veranstalter und Sponsoren, und am Tag vor dem Start steigt ein Grillabend im Fleet 7, dem Coworking-Space der Kieler Nachrichten, "um das Eis zu brechen", sagt Elsner. Während der Arbeitsphase werden die Teams von Coaches betreut. Einige nehmen bereits den wirtschaftlichen Aspekt in Betracht: Lässt sich das Produkt verkaufen?

Zum Abschluss steht die Herausforderung, ein "minimalfähiges Produkt" zu zeigen, sagt Elsner. Ein Video der Entstehung und eine Vorführung werden live zum großen Kongress im Arena-Innenraum übertragen. Dabei werden die Preise von einer Experten-Jury vergeben. Für Platz eins gibt es 15000, für Platz zwei 5000 Euro. Die Plätze drei und vier werden mit Räumen in den Coworking-Spaces Fleet 7 sowie Spielfeld in Berlin-Kreuzberg belohnt. Ein Zwang, aus dem Produkt etwas Kommerzielles zu machen oder als Unternehmen damit durchzustarten, besteht nicht. "Wie die Idee weiter verwertet wird, ist letztendlich offen", sagt Elsner. Die Jury prüfe allerdings, wie nachhaltig die Entwicklung angelegt sei. Aber: "Wer sollte schon eine großartige Idee nicht weiterverfolgen wollen?"

So können Sie dabei sein...

Die Anmeldungen für den Wettbewerb ist über die Homepage www.healthcare-hackathon.de möglich, die bereits freigeschaltet ist. Hier finden sich auch Programmdetails: Zum Beispiel finden neben dem Event Venture-Capital-Sprechstunden statt, für die sich auch Start-ups, die nicht teilnehmen, auf der Hackathon-Homepage anmelden können. Dort gibt es allerlei Informationen zu schnell verfügbarem Gründergeld. Wer den Hackathon beobachten will, kann sich zu einer Führung mit einzelnen Technologiedemonstrationen anmelden. Tickets gibt es unter der zentralen Homepage www.gesundheitmorgen.de

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