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Kiel Angler stören Schifffahrt
Kiel Angler stören Schifffahrt
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10:02 11.04.2018
Von Frank Behling
Die Heringssaison hat begonnen. Während die Angler gute Fänge machen, klagt die Reederei SFK über Verletzte und Schäden. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Mit sorgenvoller Miene blickt auch Ansgar Stalder von der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) auf die Heringssaison. „Wir hatten im letzten Jahr vier Verletzte durch Angelhaken in unseren Leinen. Zwei meiner Mitarbeiter fielen sogar wochenlang aus“, erzählt der Betriebsleiter. Im Eifer des Gefechts zielen einige Angler beim Auswerfen nicht so genau und treffen dabei die Fördeschiffe. Wenn dann die Vorfächer mit den Angelhaken an die Festmacherleinen kommen, fangen die Probleme an. „Dann reißt die Angelsehne und der Haken bleibt in der Leine stecken. Da diese Haken sich farblich nicht von den Leinen abheben, können die Kollegen die Gefahr nur schwer erkennen“, berichtet Stalder.

Böse Überraschungen gibt es auch immer wieder an den Propellern. Wenn die Angler von den Fähranlegern die Haken auswerfen und die Fördeschiffe gerade in der Nähe sind, erfassen die Schiffsschrauben schnell mal eine Angelschnur.  Dadurch wird die Abdichtung auf der Welle undicht, und Öl tritt aus. So etwas lässt sich nicht so eben reparieren, das geht nur im Dock. „Dann kommen ganz schnell fünfstellige Beträge zusammen“, sagt Stalder.

Immer mehr Angler gehen aufs Wasser

Immer mehr Angler weichen mit kleinen Booten aufs Wasser aus. Kleine Schlauchboote mit einer Motorleistung von unter 15 PS dürfen ohne Führerschein gefahren werden. Die Folgen davon sind inzwischen auf der Kieler Förde alltäglich zu sehen. Durch die mangelnde Kenntnis der Seeschifffahrtsstraßenordnung lassen sich Angler auch immer wieder im Fahrwasser der Förde treiben und geraten Fähren und Frachtern in die Quere. Lange Typhonsignale und Ausweichmanöver zeugen davon. In einem Fall geriet am Sonntag ein Motorboot mit einer Familie direkt vor der Schleuse vor den Bug des einlaufenden russischen Tankers „Balvi“. In einem zweiten Fall musste der Frachter „Rix Pacific“ sich den Weg in die Schleuse mit dem Typhon freihupen.

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