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Kiel Gaardener klagen über Rattenplage
Kiel Gaardener klagen über Rattenplage
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08:00 17.08.2018
Von Martin Geist
Einladung zum Festmahl: Überfüllte Abfalltonnen oder achtlos weggeworfene Speisereste locken Ratten an. In Gaarden häufen sich die Beschwerden. Quelle: SWR
Kiel-Gaarden

„Was soll ich denn machen?“ Die Frau, die schon seit fast 30 Jahren in Gaarden erfolgreich ein Geschäft betreibt, wirkt verzweifelt. Schon seit Monaten gehen die Ratten auf dem Hinterhof spazieren, im Keller haben sie sich ebenfalls als ungebetene Untermieter angesiedelt. Der Hauseigentümer? Wohnt weit weg und kümmert sich nicht. Und die Stadt? Reagierte zwar nicht auf Anhieb, schickte dann aber immerhin einen Mitarbeiter vom Bürger- und Ordnungsamt vorbei, der wiederum einen Kammerjäger beauftragte.

Dass es besser geworden ist, kann die Geschäftsfrau aber nicht feststellen. Nötig seien zumindest wie früher Rattenbekämpfungsaktionen regelmäßig einmal im Jahr, fordert sie. Aber auch bei Hausbewohnern, Nachbarn und nicht zuletzt beim untätigen Eigentümer sieht sie ein Problem. Hinter dem Wohn- und Geschäftshaus stapelt sich Müll aller Art. Die Abfallbehälter sind oft überfüllt und laden die Ratten mit offenen Klappen geradezu zum Festmahl ein.

Wenige Hundert Meter entfernt am oberen Ende der Elisabethstraße ist eine andere Gaardenerin der Verzweiflung nahe. Sie wohnt im Erdgeschoss und hat sich den Garten hinterm Haus für viel Geld zu einer idyllischen grünen Oase herrichten lassen. „Da habe ich so gern gesessen“, sagt sie und berichtet, dass das vorbei ist, seit vor vier Monaten die Ratten kamen. Irgendwo am Zaun des Nachbargrundstücks haben sie offenbar ihre Nester angelegt. Und sich so stark vermehrt, dass die Frau jüngst sogar eine Ratte in ihrem Wohnzimmer fand. „Widerlich“, schaudert sie sich und schildert ihre Hilflosigkeit.

Also wandte sie sich an die Stadt, die sich prompt bemühte, den Eigentümer ausfindig zu machen. „Der sitzt aber irgendwo in Spanien und ist nicht zu greifen“, erzählt die Frau. Das Problem an sich hat nichts mit diesem Haus zu tun. Nebenan, so schildert die Frau, wohnen Menschen von vielerlei Herkunft, „die ja einen ganz anderen Umgang mit Müll gewohnt sind“. Tatsächlich hat sie schon Leute angesprochen, die ihren Abfall einfach aus dem Fenster warfen.

Bruno Levztow (SPD), der Vorsitzende des Ortsbeirats, wird immer wieder mit solchen Schilderungen konfrontiert. „Da muss man einfach öfter auf die Hinterhöfe gehen“, fordert er mehr Kontrollen des Ordnungsamts und auch des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK). Wenn Mülltonnen ständig überfüllt seien, müssten die Hauseigentümer eben dazu verpflichtet werden, zusätzliche aufzustellen. Ohne mehr Bemühungen, die Neu-Gaardener aus Osteuropa und anderen Regionen über die hiesigen Gepflogenheiten im Umgang mit Müll aufzuklären, kann es aus Levtzows Sicht ebenfalls nicht funktionieren. Dazu hat er eine interessante Idee: ein paar Rumänen und Bulgaren beim ABK anstellen und damit erreichen, dass die im Sinne von mehr Sauberkeit in ihre Community hineinwirken.

Online-Meldungen sind im Internet unter www.kiel.de/service (Stichwort „Rattenbefall melden“) möglich.

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