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Kiel Sicherheit durch Schadenforschung
Kiel Sicherheit durch Schadenforschung
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08:00 08.11.2018
Von Niklas Wieczorek
Haartrockner in Flammen: Elektrogeräte können sich selbst einschalten, wenn sie noch an die Stromversorgung angeschlossen sind. Quelle: Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS)
Kiel

Die Frage, ob unsere Welt sicherer oder unsicherer werde, beantwortet Geschäftsführer Dr. Hans-Hermann Drews mit einem Vergleich: Die Wahrscheinlichkeit, in einer deutschen Stadt einen Schaden durch Feuer zu erleiden, sei in den vergangenen 100 Jahren relativ gleich geblieben, habe eine Studie ergeben. Andererseits gebe es vor allem durch die Technisierung ein höheres Fehlerpotential und immer mehr Brandrisiken. Insofern könne man sagen: "Wir haben einzelne Gefahren immer besser unter Kontrolle", so Drews, "man kann sie beherrschen".

Hinweise an Hersteller und Handwerker

Oft berate man sich nicht nur mit Feuerwehr und den öffentlichen Versicherern, die Träger, auf denen die Geschichte des Instituts beruht. IFS-Vertreter sitzen in Gremien mit den Herstellern von Elektrogeräten und berichten über ihre Erkenntnisse. Um Wasserschäden zu minimieren sei aber auch ein sehr intensiver Austausch mit Handwerkern vonnöten. Mit dem nur wenige Meter entfernten Regionalen Berufsbildungszentrum Technik arbeite das IFS daher ebenfalls eng zusammen.

Während der Hauptgrund für Wasserschäden der jetzt anstehende Frost ist, auf den es die Installationen stets vorzubereiten gilt – ist die Hauptbrandgefahr im Haushalt die Technik und der Mensch: "Im Brandschutz geht es viel zu wenig um Verhalten", sagt Drews. Vom Herd geht enorme Gefahr aus, 20 Prozent aller Wohnungsbrände entstehen dort – davon lediglich ein Prozent durch technische Defekte – fast 40 Prozent in der Küche. Verstärkt wird das durch einen gesellschaftlichen Faktor: Es gibt immer mehr Single-Haushalte auch älterer Bewohner.

Lithium-Akkus als Risikofaktor

"Wir sind Meister des Verdrängens", formuliert Drews, warum sein Institut vor allem im Bereich Gefahrenabwehr im Haushalt enorme Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Ein Schwerpunkt liegt seit wenigen Jahren auf Lithium-Akkus. Die Fallzahlen stiegen exponentiell. Es gelte, auf sachgemäßen Umgang und richtiges Laden hinzuweisen – und das Risiko, das von diesem Akkutyp in Smartphones, Laptops oder E-Bikes generell ausgeht, weil sich Menschen schwer täten, das Problem nicht auf ein Produkt, sondern einen Typ zu beziehen, erläutert IfS-Sprecherin Ina Schmiedeberg.

Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung in Kiel untersucht die Risiken und Ursachen von Bränden und Wasserschäden im Haushalt.
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