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Skurrile Erfindungen im Maschinenmuseum

Enderlein und Kahlke Skurrile Erfindungen im Maschinenmuseum

Wenn Jochen Enderlein und André Kahlke telefonieren, eskalieren die Gespräche meist. „Es beginnt mit einer Idee und endet mit einem Bild, das man umsetzen möchte“, beschreiben die beiden Steampunker. Welche „Machina Nostalgica“ in der Werkstatt dann entsteht, ist ab Sonntag im Maschinenmuseum zu sehen.

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Am Sonntag wird im Wiker Maschinenmuseum die Ausstellung „Machina Nostalgica – Eine Präsentation fantastischer Erfindungen“ von André Kahlke (rechts) und Jochen Enderlein eröffnet.

Quelle: K. Dreyer

Kiel. Ein MP3-Player unter einer Glasglocke, eine Maus aus Metall oder eine interstellare Fernflasche: „Man muss sich vorstellen, man öffnet ein Buch von Jules Verne und alle seine Maschinen springen einem entgegen“, beschreibt Jochen Enderlein aus Buchholz das Kunstgenre Steampunk. Oder anders formuliert: „Das Design von 1900 ist geblieben, nur die Technik hat sich weiterentwickelt“, erklärt André Kahlke aus Itzehoe.

 Die Ideen für ihre Erfindungen entstehen auch unter der Dusche oder bei Treffen mit anderen Steampunkern, einer Bewegung, die es seit vier Jahren in Deutschland gibt. Darüber haben sich auch Enderlein und Kahlke kennengelernt, die beide schon seit 15 Jahren fantastisch werkeln.

 Zwischen 100 und 450 Arbeitsstunden stecken in den nostalgischen Maschinen. „Dabei verwenden wir aus Respekt vor dem Design, der Technik und des Erbauers nur Maschinen, die unwiderruflich kaputt sind oder wir bauen sie komplett neu“, betont Enderlein, der in der EDV-Branche arbeitet. Und alles sind auch reine Gebrauchsobjekte, die dann mit Wortspielereien betitelt werden. So hat Kahlke seiner Frau mal eine Steampunk-Uhr gebaut, die der Berufsfeuerwehrmann „Zeit-Seeing“ nannte.

 Trennen können sich die beiden Künstler von ihren Objekten nur schwer bis eigentlich gar nicht, manch Versuch eines käuflichen Erwerbs ist zwecklos. Und so erinnert das Wohnzimmer Kahlkes an ein Museum und Enderleins Werkstatt an das Büro von Dumbledore, dem Leiter von Harry Potters Schule Hogwarts.

 Die Ausstellung, die bis Sonntag, 21. September, täglich (außer 20. September) von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist, spricht nicht nur Technikfreunde an. „Beim Steampunk kommen alle Gewerke zum Einsatz“, so die Künstler. Die originellen Stücke sind eine Reise in die Vergangenheit und eine Zukunftsvision zugleich. Sie fügen sich in die Reihe der Exponate im Maschinenmuseum ein und stechen doch durch Originalität hervor.

 Zum ersten Mal ist die fantastische Ausstellung der drei Erfinder und Designer André Kahlke (Phonepunk), Jochen Enderlein (Horatius Steam) und Fritz Eckert (Aeon Junophor) in Kiel zu sehen. Mitarbeiter Max Placzek hat sie ins Maschinenmuseum geholt und zeigt am Eröffnungstag in einem Workshop, wie man aus einem USB-Stick ein Steampunk-Objekt herstellt. Und im Café Schraube des Maschinenmuseums gibt es einmalig zum Steampunk das Kultgetränk „Aethercola“.

 Mehr im Internet unter maschinenmuseum-kiel-wik.de

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