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Kiel Fernsehen verfilmt Drama auf der „Gorch Fock“
Kiel Fernsehen verfilmt Drama auf der „Gorch Fock“
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08:07 28.02.2017
Von Martina Drexler
War Jenny Böken gesund genug für die Wache? Ihr Tod im Jahre 2008 gibt bis heute Rätsel auf. Quelle: dpa
Kiel/Hamburg

Ihr tragischer Fall inspirierte Grimme-Preisträger Raymond Ley zu dem Fernsehfilm „Tod einer Kadettin“ mit Maria Dragus als Hauptdarstellerin. Das Erste zeigt den Film am Mittwoch, 5. April, um 20.15 Uhr. Anschließend läuft um 21.45 Uhr die 30-minütige Dokumentation „Der Fall Gorch Fock – Die Geschichte der Jenny Böken“.

 NDR und ARD Degeto beauftragten Nico Hofmann und Marc Lepetit (Ufa Fiction GmbH) als Produzenten. Gedreht wurde in Gdynia und Umgebung (Danziger Bucht, Polen), als Kulisse dient das Schiff „Dar Mlodziezy“. Wie konnte es dazu kommen, dass die junge Frau aus dem nordrhein-westfälischen Geilenkirchen vor Norderney über Bord ging? Ihre Leiche wurde elf Tage später aus der Nordsee geborgen. An der Seite von Hauptdarstellerin Dragus, die den Deutschen Filmpreis für „Das weiße Band“ bekam und 2014 als „Shooting Star des europäischen Films“ gefeiert wurde, spielen unter anderem Lisa Hrdina, Harald Schrott und Misroslaw Baka. Nach Angaben des NDR rekonstruiert der Film die letzten Stunden der jungen Frau an Bord und zeichnet ihr Leben anhand von Aussagen von Kadetten sowie Offizieren, von Archivmaterial, Tagebuchnotizen, Schilderungen der Familie, Freunden und früherer Lehrer nach.

 „Wir sind Nico Hofmann und Ufa Fiction für ihr Interesse an dem Schicksal unserer Tochter Jenny sehr dankbar. Vielleicht hilft eine Verfilmung dabei, die Umstände ihres Todes zu klären“, erklärten Marlis und Uwe Böken, die Eltern der verunglückten Kadettin im Sommer 2016, als die Film-Pläne bekannt wurden. Sie hatten bis zum vergangenen September auf juristische Aufklärung gehofft. Wie berichtet, sprach die Kieler Staatsanwaltschaft von einem tragischen Unglück. Weil die Todesumstände aber nicht vollständig geklärt werden konnten, verhandelten weitere Gerichte den Fall. Im September 2016 wies jedoch auch das Oberverwaltungsgericht Münster die Klage der Eltern auf Entschädigung zurück: Es sah es als erwiesen an, dass Böken 2008 auf dem Segelschulschiff nicht unter „besonders lebensgefährlichen Umständen“ gestorben ist. Die Eltern verzichteten daraufhin auf weitere Rechtsmittel im Verwaltungsstreit gegen die Bundesrepublik, obwohl sie nach wie vor daran zweifeln, dass es sich bei dem Tod ihrer Tochter um einen tragischen Unfall handelt. Für sie sind immer noch viel zu viele Fragen offen: War Jenny gesund genug, um Wachdienst zu schieben? Zeugen hatten bestätigt, dass sie immer wieder schläfrig wirkte.

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