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Kiel Diamantenfieber in Holtenau
Kiel Diamantenfieber in Holtenau
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22:00 08.03.2018
Von Frank Behling
Das große Sägen beginnt: In der Holtenauer Südschleuse wird Wolfgang Krause mit seinem Team ein Schleusentor in zwei Hälften teilen. Quelle: Frank Behling

Mit einem von ihm selbst entwickelten Diamant-Sägeseil-Verfahren will der Kieler ab Freitag das vom Frachter "Akacia" demolierte Tor von unten nach oben durchschneiden. „So etwas wurde bislang noch nie gemacht, und so etwas war auch nie vorgesehen. Wir sind deshalb auch gespannt“, sagt Matthias Visser vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.

Visser vertraut auf Männer wie Wolfgang Krause. Der Inhaber der Firma Dia-G Kiel aus Klausdorf an der Schwentine strahlt Ruhe aus. Mit seiner Seilsäge vom Typ „SWS-83“ rückt er immer an, wenn es Dinge zum Teilen gibt: Wände, Häuser, Fußböden, Schiffskräne oder Wellen. Vor Krause und seinem Diamant-Seil-Verfahren ist nichts sicher. Auch das Schleusentor sorgt bei ihm nicht für Kummer.

„Ich gehe davon aus, dass es ein normaler Stahl vom Typ ST37 sein wird. Das ist für den Diamanten kein Thema“, sagt der Kieler und zeigt die von seinem Unternehmen vertriebenen Diamant-Seile. „Das Seil ist im Abstand von 30 Millimetern mit Röllchen bestückt. Diese Röllchen sind mit feinen Diamant-Splittern belötet und sehr fest. Das bildet im Ganzen eine Kette, die galvanisch behandelt ist“, so Krause. Der Preis liegt bei etwa 146 Euro pro Meter. „Deshalb lagern wird sie auch im Tresor. Die haben schon einen Wert“, sagt Krause.

Für Wolfgang Krause ist die Schleuse dennoch Neuland. „Wir hatten hier in Kiel zwar schon ein paar Einsätze. Aber auf der Schleuse war ich noch nie. Dafür meist bei Werften oder beim Stahlbau“, erzählt er. Seit 1991 ist er im Diamant-Seil-Geschäft, damals wechselte er nach der Ausbildung bei den Stadtwerken in dieses Geschäft. Normalerweise ist er mit seiner Seilsäge für die großen Automobilhersteller im Einsatz. „Wir sind viel bei VW, BMW oder Mercedes, wenn sich dort in den großen Pressen die Wellen festgefressen haben. Da können wir mit der Säge die Wellen gut und schnell zerschneiden“, erklärt Krause.

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