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Kiel Streit um Kuhnt spitzt sich weiter zu
Kiel Streit um Kuhnt spitzt sich weiter zu
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06:46 25.01.2018
Von Niklas Wieczorek
Die Debatte tobt: Soll diese Grünfläche zwischen Forstweg und Düppelstraße „Gottfried-Kuhnt-Platz“ heißen? Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Im Kulturausschuss unterstützte Stadtrat Wolfgang Röttgers (SPD) die Absage der Verwaltung. Kernargument: Der erste Landesjustizminister hat nach Karriereende in Gnadenausschüssen mitgewirkt, verurteilte Täter des Nationalsozialismus aus der Haft zu entlassen. Die Kritiker bestärkte auch die Jüdische Gemeinde Kiel und Region: "Die Ehrung eines Menschen, der Mitglied im sogenannten Gnadenausschuss war, der verurteilte NS-Kriegsverbrecher begnadigte, darunter auch solche, die Tausende von Juden ermordet haben, ist für uns inakzeptabel."

Ein Versuch zur sachlichen Debatte

Röttgers betonte erst, die Diskussion versachlichen zu wollen: Kuhnt sei "kein Widerstandskämpfer", aber auch "definitiv kein Nationalsozialist" gewesen. Und dann wurde Röttgers doch persönlich. Er stammt aus Kaltenkirchen, wo eine Mahntafel an die Opfer Ernst Bibersteins erinnert. Der war Pastor in Kaltenkirchen, aber befehligte in Kiew die Ermordung von bis zu 3000 Juden. "Wenn man den im Gnadenausschuss letztlich freispricht, finde ich eine Ehrung sehr schwierig", sagte Röttgers mehrfach – obwohl Gnade keinesfalls juristischen Freispruch bedeutet.

SSW, Linke und Grünen dagegen

SPD und CDU hielten sich zurück. Erst Marcel Schmidt vom SSW wagte sich aus der Deckung: "Die bisherigen Argumente für die Ehrung haben mich, meine Fraktion und den SSW nicht überzeugt." Die Debatte mache ihn traurig, schade Kiel, sei schnellstmöglich zu beenden und "ein kleiner Skandal". Auch Prof. Günter Isleib (Linke) und Bettina Aust (Grüne) pflichteten einer Absage bei. Dennoch gab es keine Entscheidung: Am 1. März sollen Prof. Uwe Danker und Gerrit Schirmer im Bauausschuss sprechen. Der Kulturausschuss will dazustoßen und den Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook einladen, der die Benennung vorgeschlagen hatte.

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