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Kiel Nach vier Jahren kommen die Info-Stelen
Kiel Nach vier Jahren kommen die Info-Stelen
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07:00 27.09.2018
Von Jürgen Küppers
Fast ein Jahr dauerte es nach dem Ratsbeschluss, bis Ende 2014 die neuen Straßenschilder an der Kiellinie hingen. Seitdem tat sich dort nichts mehr, obwohl dort längst ein "Lernort" an die Gründe zur Umbenennung von Hindenburgufer zu Kiellinie erinnern sollte. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Kaum ein Thema wurde in Kiel so kontrovers und emotional diskutiert wie die Umbenennung des Hindenburgufers in Kiellinie.

Als es vor vier Jahren endlich so weit war, sollte an dieser Stelle laut einem Ratsbeschluss ein „Lernort“ mit Info-Stelen die Hintergründe der Umbenennung einschließlich der Geschichte der Straße erläutern.

Dem Ortsbeirat reißt jetzt der Geduldsfaden

Doch weil davon immer noch nichts zu sehen ist, macht der Ortsbeirat jetzt Druck: „Der Unmut über die Untätigkeit ist groß“, betonte Ortsbeiratsvorsitzender Benjamin Walczak im Kulturausschuss: „Wir fordern, dass die zwei Info-Stelen so schnell wie möglich aufgestellt werden.“

Dem stimmte der Ausschuss nun auch zu. Das letzte Wort hat aber die Ratsversammlung im November, dessen Zustimmung gilt aber als sicher.

Jetzt gibt's neuen Stress mit dem Info-Text zur Umbenennung

In „seiner Verzweiflung“ über den Stillstand hatte der ehemalige Ortsbeiratsvorsitzende Dieter Hartwig sogar einen Textvorschlag für die Stelen entworfen, den man aber noch modifizieren könne.

Trotz grundsätzlicher Zustimmung zur Aufstellung der Stelen sind sich die Fraktionen aber nicht über den Text-Vorschlag einig, der Pro- und Kontra-Positionen zur Umbenennung auflistet.

Während die CDU diese "Meinungsvielfalt" aufgrund der emotionalen Diskussion für gerechtfertigt hält, will die SPD die "historischen Fakten" zur Rolle Hindenburgs am Übergang von der Weimarer Republik zum NS-Regime in den Vordergrund stellen.

Nun will die Verwaltung für die nächste Kulturausschusssitzung einen eigenen Textvorschlag erarbeiten.

Die Dringlichkeit des Anliegens "nicht auf dem Schirm"

 Kulturamtsleiter Michael Reiter räumte ein, „die Dringlichkeit des Anliegens so nicht auf dem Schirm“ gehabt zu haben. Von Untätigkeit seitens der Verwaltung könne aber keine Rede sein. In der Zwischenzeit habe es mehrere Anläufe gegeben, um in Zusammenarbeit mit Schülern oder Studenten einen „Lernort“ am ehemaligen Hindenburgufer zu schaffen. 

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