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Fremde Post liegt tagelang in Hausflur

innenstadt Fremde Post liegt tagelang in Hausflur

Die beiden Kästen sind gelb und tragen das Logo der Deutschen Post. Sie sind prallgefüllt mit Briefen und stehen im Hausflur eines Geschäfts- und Wohnhauses in der Kieler Innenstadt. Unverschlossen, frei zugänglich. Zwölf Tage lang.

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Der Gastronom Maximilian Bruhn (rechts) und der Apotheker Christoph Hartwig stolperten zwölf Tage lang über die Postkästen, die direkt in ihrem Hausgang abgestellt worden waren. Inhalt: Amtspost, Werbung, persönliche Schreiben...

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Hausbewohner Maximilian Bruhn stolpert am 25. Januar über die beiden Post-Behälter unten im Hausflur. „Zuerst dachte ich, dass diese Post für das Haus bestimmt ist. Nach ein paar Tagen habe ich genauer hingesehen. Da war klar, dass die Post nicht für uns war“, sagt der Gastronom.

Auch Christoph Hartwig fällt die verwaiste Post auf. Er betreibt in dem Haus eine Apotheke und hat dort seit 2014 eine Ablagestelle. Solche gesicherten Ablagestellen richtet die Post entlang der Zustellertouren ein, um die Post kurzfristig zwischenzulagern. War die Post im Flur also für die Ablagestelle bestimmt? Der Apotheker hakt bei der Post nach. „Mehrfach habe ich dort angerufen“, sagt er. Doch man kann ihm nicht helfen.

Am 5. Februar wendet sich Maximilian Bruhn an KN-online. „Was, wenn die Briefe Termine enthalten, Rechnungen oder andere Fristen, die nicht eingehalten werden können", fragt Bruhn. Kn online hakt bei der Post nach. Am 6. Februar werden die Kästen abgeholt und Martin Grundler, Pressesprecher der Post, teilt mit, die Post aus den Kästen gehe nun in die Zustellung.

Wie es zu dem Fehler kam, werde noch geklärt. "Tatsache ist aber, dass die Behälter dort nicht hätten stehen dürfen.“ Leider seien auch die Hinweise aus der Apotheke nicht in geeigneter Weise bearbeitet worden „Dafür können wir nur um Entschuldigung bitten.“ Was ist, wenn Empfänger durch den Fehler Nachteile haben? „Für mittelbar entstandene Schäden haftet die Deutsche Post bei gewöhnlichen Sendungen nicht", sagt Grundler und kann bisher auch keine Verletzung des Postgeheimnisses erkennen.

Der Kieler Rechtsanwalt Stephan Gierthmühlen sieht hingegen durchaus Anhaltspunkte für eine Schadensersatzpflicht der Post und auch für einen Verstoß gegen das Postgeheimnis.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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