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Kiel Grünes Licht für das Hotel am Exer
Kiel Grünes Licht für das Hotel am Exer
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07:08 04.01.2017
Nach Protesten änderte der Investor den Ursprungsentwurf. So fällt das Hampton by Hilton kleiner aus und erhält eine hellere Fassade. Strittig ist jedoch die Parkplatzfrage. Das Hotel erhält Stellplätze von den Betreibern, die über ein neues Parkhaus (in der Visualisierung links neben dem Hotel) noch verhandeln wollen. Quelle: MPP/Gärtner + Christ
Kiel

Der Hamburger Investor und Projektentwickler Revitalis Real Estate hofft nun, bereits im kommenden Herbst mit dem Bau der 208 Zimmer-Herberge beginnen zu können. Geht alles nach Plan, könnte das Drei-Sterne-Hotel der Kette Hampton by Hilton zwischen Kleinem Kuhberg und Ziegelteich seine Türen im Sommer 2019 öffnen.

Nach der jetzigen Planung entsteht am Rande des Exers ein Gebäude mit einer Gesamthöhe von 46,50 Metern. Der erste Entwurf sah noch eine Höhe von 54 Metern vor, was in Kiel massive Kritik hervorrief, obwohl die Vorgaben einer Bauplanung aus dem Jahr 2003 eingehalten waren: Doch Architektenvertreter, Beirat für Stadtgestaltung und einige Ratsmitglieder beklagten, dass die gesamte Silhouette des Stadtbildes dadurch leiden würde.

"Der Kieler Hotelmarkt verträgt das"

Revitalis-Vorstand Thomas Cromm zeigte sich am Dienstag erleichtert. „Wir sind froh, dass wir dieses für die Stadt, die Halle und den THW wichtige Hotel errichten können.“ Ängsten, dass die Übernachtungskapazitäten Kiels bereits zu groß seien, trat er entschieden entgegen. Durch den Veranstaltungsbetrieb der Halle sei eine „Grundauslastung von 30 Prozent“ sichergestellt. Im Fokus des Hotels stehen ohnehin Tagesgäste, die durch das neue Angebot nun auch über Nacht bleiben sollen. „Der Kieler Hotelmarkt verträgt das.“ Das sieht Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der das Projekt begrüßt, ähnlich. Er könne das „Stirnrunzeln der Hoteliers“ zwar verstehen, sei aber überzeugt, dass die Konkurrenz nicht nur das Geschäft belebe, sondern auch zu mehr Gästen führe. Werden jedoch alle bisher geplanten Hotels wie am südlichen Bootshafen, Holstenstraße und Kaistraße fertiggestellt, sei der Markt für die Innenstadt gesättigt.

Fassade soll heller werden

Obwohl jetzt alle planungsrechtlichen Fragen geklärt sind, gibt es noch strittige Punkte wegen der Parkplätze und der Fassade. Zwar kam der Investor Kritikern entgegen und plant jetzt, die Fassade heller als im Erstentwurf zu gestalten. Doch Forderungen nach einem Gestaltungswettbewerb für die Fassade wies Cromm zurück. „Wir prüfen das wohlwollend, aber wir dürfen keine Zeit verlieren.“ Allenfalls in der Farbgebung gebe es noch Spielraum, baulich seien durch die standardisierten Zimmer jedoch kaum noch Veränderungen möglich. Der Oberbürgermeister will jedoch weiter für einen Fassaden-Wettbewerb werben: „Ich würde mich sehr freuen, wenn dort ein schönes Hotel entstehen würde, das alle Kieler und Kielerinnen freut.“

Das Ziel ist ein neues Parkhaus

Unklar ist zudem, wie das Parkplatzproblem rund um die Sparkassen-Arena gelöst werden soll. Die für das Hotel notwendigen Stellplätze werden zwar über die bisherige Parkfläche zwischen Exerzierplatz und Halle zur Verfügung gestellt. Vor allem in der Bauphase, aber auch noch danach stehen Besuchern der Sparkassen-Arena damit weniger Parkplätze zur Verfügung als in der Vergangenheit. Die Hallengesellschaft, an der Citti und die Kieler Nachrichten beteiligt sind, hält daher an ihrem Ziel fest, dort ein Parkhaus zu errichten. Dafür wiederum müsste der geltende Bebauungsplan verändert werden, wofür es bislang keine politische Mehrheit im Rathaus gibt. „Wir sind bereit, mit dem Gestaltungsbeirat über die Pläne für so ein Objekt zu sprechen“, sagte Harald Rottes, Chef der Citti-Immobilienverwaltung. „Wir haben beispielsweise in Lübeck und Kiel schon gute Parkhäuser gebaut. Warum sollte uns das nicht auch hier gelingen?“ Rottes kündigte an, dass die Hallenbetreiber das Geld, das sie mit dem Grundstücksverkauf verdienen, in die Halle reinvestieren wollen. So seien demnächst allein für den Brandschutz Ausgaben im sechsstelligen Bereich nötig. Kämpfer hofft auf eine schnelle Lösung: Um die Funktionalität der Arena nicht zu gefährden, sei vorgesehen, Parkplätze in der öffentlichen Tiefgarage unter dem Vorplatz an die Hallengesellschaft zu vermieten, vor allem an den etwa 30 Tagen, wenn der THW Heimspiele hat.

Von Martina Drexler und Kristian Blasel

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