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Kiel Der Ton wird rauer
Kiel Der Ton wird rauer
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07:00 22.10.2018
Von Jürgen Küppers
Abriss an der "Krim" in Kiel: An der Bahnstrecke sollen rund 300 neue Wohnungen entstehen. Etwa 80 davon will die Stadt kaufen, um sie als bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Für Sozialdezernent Gerwin Stöcken gehört es zu einem ehrlichen Umgang mit der Wohnungswirtschaft auch dazu, „auf steigende Wohnungsnachfrage nicht zwingend mit einer Mieterhöhung“ zu antworten. „Vermietern sollte bewusst sein, dass sie über ein wichtiges Gut verfügen. Und es ist absolut nicht egal, wie sie damit umgehen.“

Stöcken gegen höhere Mietobergrenzen

Eine klare Absage erteilt Stöcken der Forderung von Haus & Grund, die Mietobergrenzen zu erhöhen (KN-online berichtete), um damit mehr Menschen mit Sozialleistungsbezug auch eine Finanzierung von Wohnungen in höheren Preissegmenten zu ermöglichen: „Noch mehr Steuergeld in das System zu pumpen, ist das absolut falsche Signal.“

Zur Konkretisierung macht der Dezernent dazu folgende Rechnung auf: Jeder Cent, den die Stadt pro Quadratmeter mehr an Wohngeld für Sozialleistungsbezieher aufwenden müsse, bedeute unter dem Strich eine Kostensteigerung von 100000 Euro. Bei 50 Cent seien es damit fünf Millionen Euro.

Woher soll das Geld für 4000 Wohnungen kommen?

Alexander Blažek, Chef von Haus&Grund Schleswig-Holstein, kommt bei seinen Berechnungen aber insbesondere mit Blick auf die geplante neue Kieler Wohnungsbaugesellschaft (Kiwog) zu ganz anderen Ergebnissen. Bis zu 400 Millionen Euro müsse die Stadt aufwenden, um die rund 4000 Wohnungen im Bestand der Kiwog zu finanzieren: „Mit diesem Geld könnte man viele Jahre lang Mieten für finanzschwache Menschen subventionieren, bis genügend Wohnungen für alle entstanden ist. Denn gebaut wird ja schließlich. Nur nicht so schnell, wie wir uns das alle wünschen, aber immerhin.“

"Die Vorwürfe sind völlig bizarr"

Auch Stöckens indirekten Vorwurf, Vermieter kämen ihrer sozialen Verantwortung nicht ausreichend nach, lässt Blažek nicht gelten. Seit Jahren legten sie großes Engagement an den Tag – zum Beispiel beim gemeinsamen Aktionsbündnis „Wohnwert Gaarden“ mit der Stadt. „Insofern halte ich die Vorwürfe für völlig bizarr.“

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