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Kiel Investitionsbank will an die Hörn
Kiel Investitionsbank will an die Hörn
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21:00 18.06.2014
Von Martina Drexler
Die Gespräche laufen: Die Investitionsbank würde gerne ihre Kieler Standorte bündeln und auf dem noch freien Hörngelände zwischen dem Schmid-Bau und der Telekom bauen. Quelle: fpr
Kiel

Man stehe am Anfang der Planung und entwickele ein Raum- und Bürokonzept, erklärte IB-Sprecherin Birgit Rapior. Ein moderner Neubau – auf Zuwachs und mit hohem energieeffizienten und technischen Standard geplant – sei sinnvoll, um die Bank an einem Standort unter einem Dach zu vereinen. Sollte die Bank ihr zentrales Gebäude auf drei Grundstücken in L-Form bis hinter den Telekom-Komplex bauen dürfen, käme auf die 521 Mitarbeiter frühestens Mitte 2018 der Umzug zu. Der Verwaltungsrat hat dem Projekt zugestimmt. Durch den Umzug würden die eigenen Immobilien in der Dammstraße und Fleethörn frei. Die anderen Standorte wie in der Gartenstraße und bei der Industrie- und Handelskammer sind angemietet.

 Bürgermeister Peter Todeskino und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer befürworten die Pläne. „Ich freue mich, dass nach der Hängepartie der Knoten zu platzen scheint. Wenn Qualität des Baus und das Konzept stimmen, könnte die IB zum Anker werden“, sprach Kiels Verwaltungschef von einer großen Chance, an der „Hörn auf einen Schlag alles auf Grün zu stellen.“

 Denn obwohl Experten und Anwohner die Hörn als Sahne-Adresse loben, geriet deren Bebauung immer wieder ins Stocken. Zwei Jahre lang gab es ein Tauziehen um das 80-Millionen-Euro-Projekt der Bietergemeinschaft Design-Bau/Nagel Architekten, die auf vier Baufeldern mehrere Gebäude aus einem Guss errichten wollte. Die architektonischen Entwürfe zur Quartiersentwicklung auf einer Fläche von 2,2 Hektar überzeugten auch die Politik. Doch die Stadt sah Finanzrisiken und meldete Sicherheitsbedenken an. Im Februar stoppte die Ratsversammlung das Verfahren, hielt aber an Design-Bau als Investor fest – zumindest für ein Baufeld an der Wasserkante vor dem Telekom-Gebäude und mit späterer Option auf ein weiteres hinter den Germania-Arkaden. Dort will die Bietergemeinschaft nach Angaben von Thomas Schwinger-Caspari, Vorstandsvorsitzender von Design-Bau, auf 8000 Quadratmetern Fläche 60 bis 70 Miet- und Eigentumswohnungen gehobenen Standards bauen. Der Kaufvertrag steht, bestätigt auch die Stadt, vor dem Abschluss.

 Sollte, wie Design-Bau hofft, in den nächsten Monaten der Bauantrag genehmigt werden, könnte das Haus Ende 2015 schon stehen – mit Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschoss. Eine Vorgabe betonte Todeskino, die auch weitere Interessenten erfüllen müssen. Denn ohne einen hohen Gewerbe-Anteil kann die Stadt nicht auf EU-Fördermittel setzen. Kämpfer bezeichnete es als sein Ziel, mehr als nur 35 Prozent Wohn-Anteil verwirklichen zu können – neben Design-Bau mit regionalen Wohngenossenschaften als Partner. Die Führung potenzieller Interessenten für die Bebauung weiterer städtischer Baufelder neben der Halle 400 hat bereits die Wankendorfer übernommen. Durch den Mix von Gewerbe, Gastronomie, Handel und verschiedenen Wohnformen hofft Kämpfer darauf, dass auch Schwung in die nichtstädtischen Grundstücke an der Hörn kommt: „Das könnte dann endlich das leidige Problem mit der Gaardener Brücke lösen.“

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