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Kiel So passen mehr Leute in den Bus
Kiel So passen mehr Leute in den Bus
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20:03 10.09.2014
Von Sven Janssen
Mit insgesamt 23 Metern Länge fällt der neue Buszug mit seinem selbstlenkenden Personenanhänger sofort auf. Vier Wochen lang will die KVG das Fahrzeug jetzt auf seine Alltagstauglichkeit hin testen. Quelle: Sven Janssen
Kiel

„Die Kieler Verkehrsgesellschaft muss sich mit neuen Fahrzeugen beschäftigen, da das Fahrgastaufkommen seit Jahren kontinuierlich steigt“, sagte Thomas Mau, Leiter Betrieb und Technik, am Mittwoch bei der Vorstellung des Testbusses. Um der gestiegenen Nachfrage Herr zu werden, fahre man in kürzeren Abständen und habe die Linien erweitert. „Zu Spitzenzeiten können wir kaum noch zusätzliche Busse einsetzen, dafür gibt es keinen Platz auf der Straße.“ Also sollen jetzt mehr Personen in die Busse.

 Der Buszug kann dabei helfen. Vier Wochen stellt Hersteller Göppel aus Nobitz der KVG das Fahrzeug kostenlos zur Verfügung, das bereits in Pinneberg, Hannover oder München im Einsatz ist. Der selbstlenkende Anhänger ist per Videoüberwachung an den Bus angebunden. „Fahrgäste können über eine Gegensprechanlage Kontakt zum Busfahrer aufnehmen“, erklärte Burgunda Nied von der Herstellerfirma. „Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, Kraftstoff zu sparen.“ So könnte in Nebenzeiten mit geringem Fahrgastaufkommen der Anhänger einfach abgekoppelt und der Verbrauch um ein Drittel auf rund 44 Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden.

 Mit 23 Metern ist der Buszug fünf Meter länger als die Gelenkbusse. „Vor der Länge habe ich Respekt, aber der Bus lässt sich schön fahren, ähnlich wie ein Lkw mit Anhänger“, sagte KVG-Fahrlehrer Frank Nitschmann nach der ersten Probefahrt. Im Gegensatz zu den Gelenkbussen müsse man in Kurven nicht so weit ausholen. Gewöhnungsbedürftig sei die Umstellung aber schon. „Wer den Bus fahren will, braucht mit Klasse E eine zusätzliche Ausbildung für Fahrten mit Anhänger“, erklärte er. Gut die Hälfte aller rund 400 KVG-Fahrer hat diese bereits, so Mau.

 Neben dem Verbrauch will der Betriebsleiter auch die Haltestellen genau ins Visier nehmen. „Wir wollen schauen, ob die Buslänge an allen Haltestellen problemlos funktioniert.“ Montags bis freitags ist das Testfahrzeug auf der Linie 11 unterwegs, am Wochenende fährt es ohne Anhänger auf den Linien 34 und 71.

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