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Kiel Kiel geschockt vom Aus für Science Center
Kiel Kiel geschockt vom Aus für Science Center
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07:30 28.05.2009
Kiel

Auch wenn sich die Koalitionsfraktionen am Mittwoch eher zurückhielten und auch die SPD in Kiel sich lieber mit der „Dokumentation des SPD-Kongresses von 2008“ statt mit dem Science Center befasste, schlugen die Wogen der Empörung in der Stadt gestern hoch. „Die Entscheidung weckt nicht Enttäuschung, sondern Zorn“, schäumte etwa Ex-HDW-Sprecher und Vorsitzender des Nautischen Vereins, Jürgen Rohweder: „eine Ohrfeige für die maritime Wirtschaft und Forschung“.

Auch Kiels IHK-Hauptgeschäftsführer Rainer Bock kritisierte die Vorentscheidung massiv: „Sie tut dem maritimen Standort nichts Gutes.“ Die beiden Fraktionen hätten ein unverständliches Signal gegeben, er sah eine „schwere Havarie für den maritimen Standort Schleswig-Holstein.“ Die IHK-Kollegen aus Flensburg sahen das deutlich positiver: „Wir freuen uns“, kam aus der Phänomenta-Stadt. Enttäuschung formulierten die Vertragspartner der Stadt: „Die hohe Qualität des Prozesses wurde durch die Baugenehmigung und zahlreiche Gutachten dokumentiert“, erinnerte Generalentwickler Andreas Waschk (AWC AG). Michael Brill, Geschäftsführer SMG Deutschland, rätselte, weshalb sich CDU- und SPD-Landtagsabgeordnete gegen die Partnerschaft der Stadt mit SMG und den „bestmöglichen Vertrag für die öffentliche Hand mit maximaler Risikoverlagerung auf den privaten Partner“ stemme. SMG habe in seiner 30-jährigen Geschichte „jeden Vertrag voll erfüllt“.

Nicht nur in Kiels Verwaltungsspitze bestimmte Enttäuschung das Bild. „Ich bin gespannt, wie der Minister eine Rücknahme der Förderzusage rechtfertigen will, da Staatssekretär Jost de Jager dem Projekt bereits administrative Förderfähigkeit attestiert hat.“ Und immer noch werde geprüft, wie man die 2,5 Millionen Euro städtischer Ausgaben, im Vertrauen auf die Zusagen von vier Wirtschaftsministern ausgegeben, zurückholen könne. „Es kann nicht sein, dass man eine Kommune vier Jahre im Glauben an eine Förderung mit 75 Prozent lässt und, wenn alle Fragen beantwortet sind, diese Zusage zurückzieht.“ Die jetzt einzigartige Kooperation aus Wissenschaft und Wirtschaft müsse weiter bestehen, damit Kiel sich weiter entwickeln und der Tourismus profitieren könne.

„Wirtschaftspolitische Bankrotterklärung der Koalition“ beklagten die Kieler Grünen, das Projekt maritimer Kompetenzen sei „ohne fachliche Begründung gekillt“ worden. Auch in der CDU-Spitze Kiels stieß die „nicht nachvollziehbare Fehlentscheidung auf tiefes Unverständnis“. Die Koalition habe ein „trauriges Beispiel“ von „Kleinmut statt Mut zur Zukunft“ gegeben. Und die CDU-Ratsfraktion erinnerte Biel nach dem „erbärmlichen Durcheinander“ daran, dass er „keine sachlichen Gründe“ für die Voten der Koalitionsfraktionen gesehen habe. Der Schaden für Kiel als Kreuzfahrerdestination und Tourismusziel sei nicht absehbar.

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