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Kiel Lillebräu eröffnet Brauerei
Kiel Lillebräu eröffnet Brauerei
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08:00 01.11.2018
Von Kristiane Backheuer
Eröffnen im November ihre Lillebräu-Brauerei im alten Coca-Cola-Werk in Kiel: Max Kühl (links) und Florian Schleske. Quelle: Frank Peter
Kiel

1,5 Millionen Euro haben die beiden Jungunternehmer Max Kühl und Florian Scheske investiert. Etliche schlaflose Nächte liegen hinter ihnen. „Eigentlich haben wir täglich eine neue Katastrophe erlebt“, erzählen sie. Mal hatte sich der Architekt verrechnet, mal zahlte die Bank den Kredit so spät aus, dass der Stahlpreis zehn Prozent teurer geworden war. Es gab Lieferengpässe, Probleme mit der Brandmeldeanlage und, und, und. Aber Max Kühl (34) und Florian Scheske (33) sind echte Frohnaturen. Nichts bringt sie so schnell aus der Ruhe.

Das "Lille-Bier" gibt es schon in 40 Bars und Restaurants

Im Jahr 2014 starten sie die ersten Experimente im Bierbrauen, und die Erfolgsgeschichte beginnt. In 40 Bars und Restaurants wird das „Lille-Bier“ inzwischen ausgeschenkt. Gebraut wurde bisher aber noch in fremden Brauereien, wo sich die Kieler eingemietet haben. Die langen Lieferwege gehören nun der Vergangenheit an. Die eigene Brauerei in Kiel ist so gut wie fertig. „Jedes Bier braucht eine Heimat", sagen sie.

Gär-Tanks im ehemaligen Coca-Cola-Werk am Eichkamp

Stolz führen Florian Scheske und Max Kühl durch die 1000 Quadratmeter große Halle, vorbei am Malzlager, an der Flaschenabfüllanlage, an blitzenden Fliesen und funkelnden Stahltanks. In den drei 3000-Liter-Tanks und den beiden 6000-Liter-Tanks gärt bereits das Bier.

Demnächst wird es sechs verschiedene Biersorten geben

Drei Biersorten stellen sie her – Lager, Pale Ale und Pils. Demnächst sollen drei weitere folgen – Helles, Weizen und Stout. „Ab 2019 wollen wir jeden Monat noch ein ganz spezielles Bier brauen“, erzählt Max Kühl.

Schankbereich für die durstigen Kieler

Direkt neben dem Labor ist der offene Schankbereich mit Tresen, Stehtischen und zwölf Zapfhähnen. Hier können die Kieler künftig jeden Donnerstag, Freitag und Sonnabend die Vielfalt von Lille (und vier fremden Bieren) testen und haben so ganz nebenbei die Produktion im Blick. „Der Kieler hat extremen Bock auf identitätsstiftende Produkte“, sagt Florian Scheske und schwärmt von der kreativen Aufbruchstimmung, die in der Landeshauptstadt herrscht. „Kiel zeigt den anderen Städten gerade, wo der Weg hingeht“, ist er sich sicher. Beide fühlen sich als „100%-Kieler“ und lieben „ihre“ Stadt mit all dem Potenzial.

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