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Streit um Pavillons geht weiter

Kieler Innenstadt Streit um Pavillons geht weiter

Dass die Pavillons auf dem Alten Markt in Kiel unter Denkmalschutz stehen, bewegt nach wie vor die Gemüter. Der Tenor: Die meisten Leser wünschen sich einen Abriss der aus ihrer Sicht hässlichen Bauten. Nur wenige können der Entscheidung der Landesbehörde etwas Gutes abgewinnen.

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Für die einen nur ein Ärgernis, für andere architektonisch und historisch von besonderer Bedeutung: Die Pavillons am Alten Markt polarisieren seit Langem.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Einen besonderen Wert der „Glaskästen und Verkaufs-Gewächshäuser“ kann Stefan Rix aus Kiel nicht erkennen, zumal die Pavillons der Einrichtung des Alten Marktes als guter Stube Kiels im Weg stünden. Heidger Brandt aus Emkendorf fordert die Rekonstruktion des alten Stadtbildes statt „seelenloser moderner Modearchitekturen“.

Angesichts dieser Bausünden der 70er-Jahre, schreibt eine Leserin, bleibe sie der Altstadt fern. Die Pavillons empfindet auch Niels Blunck als echte Zumutung. Sie versperrten nicht nur die Sichtachsen zwischen der Schloßstraße und der Holstenstraße, sondern unterschieden sich völlig von der Bebauung im Jahr 1896.

Jess Schulze bedauert gegenüber KN-Online die Entscheidung der Denkmalschutz-Behörde: Er habe gehofft, dass der Alte Markt irgendwann wieder ein richtiger Marktplatz werde. Auch Klaus Wenzke kann die architektonische und historische Bedeutung der Gebäude, die zur Entscheidung der Denkmalschützer beitrug, nicht nachvollziehen: „Jugendstil, Barock, irgend ein Baustil mit Geschichte. Aber doch nicht so ein zusammengeschusterter Mist.“

Ralph Müller sieht zumindest einen interessanten Ansatz darin, das Potenzial des Ensembles „als ambitioniertes Dokument der 70er-Jahre“ auszuschöpfen. Theo Herrmann spricht sogar von einer guten Entscheidung der Denkmalschützer: Die zu Olympia 1972 gebauten Gebäude könnten als Veranstaltungsort und Treffpunkt für die Zukunft gewappnet sein, „wenn ein kleiner Umbau und auch die Berücksichtigung von entsprechenden Mietverhältnissen, darauf abgestimmt wird“.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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