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Kiel Kieler Politiker wollen den Stadtstrand
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15:29 13.02.2014
Von Martina Drexler
So könnte der Stadtstrand am Hindenburgufer aussehen: 56.000 Kubikmeter Sand sollen hinter der Kaimauer zwischen Bellevue-Brücke und Seebadeanstalt zum Strand aufgetürmt werden. Quelle: Visualisierung Jungermann / Verein Stadtstrand Kiel
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Bevor jedoch der Prüfauftrag der Dänenampel den Rat ohne Gegenstimmen passierte, gab es einen Schlagabtausch über dessen Urheberschaft. Die Linken warfen ein, bereits im Februar 2009 einen Bürgerstrand gefordert zu haben. Ein Antrag, klagte Linken-Fraktionschef Florian Jansen, den aber die Ratsmehrheit zurückstellen ließ, woraufhin er angeblich in der Versenkung verschwand. Robert Vollborn (CDU) wiederum pochte darauf, als erster den Antrag in diese Sitzung eingebracht zu haben. Dass SPD, Grüne und SSW ihn nun „aus taktischen Gründen sinnlos umformuliert“ hätten, um ihn als eigenen Vorstoß präsentieren zu können, ließ ihn – allein wegen der Sache – deren Wortlaut trotzdem übernehmen.

Ein solcher Strand mit kostenlosem Zugang ans Wasser, hieß es auch von Falk Stadelmann (SPD) und Dirk Scheelje (Grüne), würde das Ansehen, die Attraktivität und den Freizeitwert der Stadt enorm steigern. Die Änderung sei nötig gewesen, hielt Stadelmann Vollborn entgegen, da die CDU die Idee ohne jegliche Kostenbeteiligung der Stadt vorantreiben wollte. Man müsse sich aber alle Optionen offen halten und das Projekt in die Förde-Rahmenplanung einbetten.

Ohne Stadt, betonte auch Scheelje, gehe es allein aus planungsgestalterischen Gründen gar nicht. So soll die Stadt in ihrem Bericht bis März ausloten, welche baulichen, verkehrlichen und umweltbezogenen Aspekte bei der Errichtung eines solchen Strandes zu berücksichtigen sind. Die Kosten, um zum Beispiel die Sauberkeit und Sicherheit zu gewährleisten, sind darin ebenso darzustellen wie die Möglichkeiten einer finanziellen Beteiligung bzw. Förderung Dritter. Ob es nach Abwägung aller Chancen und Risiken zu einem Auftrag kommen kann, entscheidet danach der Hauptausschuss.

Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) ist froh, dass das Projekt jetzt geprüft werden soll, „weil wir das Ehrenamt nicht zu lange hinhalten können“. Trotz der Vision bleiben viele Wenns und Aber. So hatte Todeskino wiederholt darauf hingewiesen, dass genau an dieser Stelle zwischen Bellevue-Brücke und Seebadeanstalt ein gesetzlich geschütztes Biotop zerstört würde und Stürme die Sandaufschüttung in Teilen in die Förde spülen könnten. Auch wegen der möglichen Verkehrsführung zeichnete sich bereits in der Debatte ein Streit ab.

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