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Kiel Ohne Ehrenamt geht es nicht
Kiel Ohne Ehrenamt geht es nicht
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08:00 04.10.2018
Von Martin Geist
Ehrenamt verbindet Generationen - auch bei der Kieler Tafel: Ingo Ziehm gehört mit seinen 80 Jahren zu den ältesten Helfern, Marie Schloßbauer mit 29 zu den jüngeren. Quelle: Martin Geist
Kiel

„Wir sind mehr als dankbar für die vielen Menschen, die uns mit Spenden oder ihrer Arbeitskraft unterstützen“, versichert Frank Hildebrandt vom Vorstand der Tafel. Zugleich äußert er Verständnis dafür, dass für Ehrenamtler zuweilen ein Geburtstag oder das Hüten der Enkelkinder einfach Priorität hat. Andererseits ist die Kieler Tafel, die seit wenigen Monaten mit Rücksicht auf eine bundesweit einheitliche Namensgebung Tafel Kiel heißt, aber auch ein großes Unternehmen. Acht Ausgabestellen, dazu der Hauptsitz am Schwedendamm, annähernd 2000 Kunden, 200 Unternehmen, die täglich ungefähr drei Tonnen Lebensmittel spenden – das sind Zahlen, die einen mittelständischen Betrieb bestens auslasten würden.

Am Schwedendamm wird alles sortiert

Dass damit entsprechend viel Arbeit verbunden ist, liegt auf der Hand. Tag für Tag greift bei der Tafel ein Rädchen ins andere, um den Betrieb so reibungslos wie möglich zu gestalten. Schon früh am Morgen sind die Fahrer unterwegs, um die Lebensmittelspenden einzusammeln, spätestens um 8 Uhr läuft dann am Schwedendamm das Sortieren der frisch eingetroffenen Ware auf Hochtouren. Flinke Hände sind dort gefordert, und eine gewisse Unempfindlichkeit schadet ebenfalls nicht. Manchmal gilt es auch, Lebensmittel herauszufischen, die nicht mehr besonders lecker aussehen.

Marie Schloßbauer, mit 29 Jahren eine der Jüngeren unter den Freiwilligen, kommt dreimal in der Woche zum Sortieren. Ingo Ziehm, 80 Jahre und schon seit 2008 dabei, beschränkt sich mittlerweile auf einen Einsatz pro Woche. Das soll sich auch nicht ändern, so lange es gesundheitlich möglich ist. „Die Arbeit macht viel Spaß“, betont der Rentner, der sich vor allem um Hempels, den Kinder- und Jugendbauernhof und mehr als 40 weitere soziale Einrichtungen kümmert, die neben den Einzelpersonen von der Tafel unterstützt werden.

Ehrenamtliche bekommen noch nicht mal eine Aufwandsentschädigung

Viermal im Monat können sich Bedürftige mit Lebensmitteln eindecken und dabei jedes Mal 30 Euro sparen, rechnet er vor: „Das ist Geld, das für Kino oder Theater zur Verfügung steht oder vielleicht dafür, um in der Kneipe mal ein Bier zu trinken und unter die Leute zu kommen“.

Ihren Ehrenamtlichen kann die Tafel Kiel, die sich über Spenden finanziert, noch nicht einmal eine Aufwandsentschädigung zahlen. Versicherung, eine umfassende Einarbeitung und viele nette Kontakte sind dafür inklusive.

Wer die Tafel Kiel unterstützen will, kann sich im Büro unter Telefon 0431/77088 melden oder sich hier informieren.

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