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Kiel Erste Hilfe für kaputte Segelboote
Kiel Erste Hilfe für kaputte Segelboote
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07:01 19.06.2018
Von Marco Nehmer
Matthias Brevart lässt sein Boot von Jan Wittenberg und Chris Speck reparieren. Quelle: Sonja Paar
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Kiel

"Eine hässliche kleine Geschichte wird das. Das habe ich mir schon gedacht." Jan Wittenberg steht vor dem Contender von Matthias Brevart. Der Segler ist kurz zuvor gekentert, dabei ist die Halterung des Ruderkopfes aus dem Rumpf gebrochen. Seine letzte Hoffnung: Wittenberg und sein Team.

Wittenberg ist Co-Inhaber von Maritim, einem Handel für Bootszubehör in der Ladenzeile am Schilkseer Olympiahafen. Seine Reparaturen sind gefragt, zehn bis 15 seien es mindestens am Tag. "Viel Kleinkram", sagt Wittenberg. Sein Kunde aus Potsdam wäre jetzt lieber auf dem Wasser. Aber es nützt ja nichts. Die norddeutsche Gelassenheit scheint schon nach wenigen Tagen abzufärben.

Zusatzschichten bei den Segelmachern

Brevart schätzt die Atmosphäre, das Miteinander hier in Schilksee. Ein Teil davon ist auch Till Dittmar. Der 37-Jährige sitzt an einer der drei mächtigen Nähmaschinen im Zelt der Segelmacher von North Sails. Es rattert unablässig. Dittmar arbeitet sich gerade an einem Gennaker-Segel ab. "Das ist in der Mitte einmal komplett gerissen." Ein herausfordernder Auftrag. Und bei weitem nicht der erste.

Am Sonntag wurden bis tief in die Nacht Zusatzschichten geschoben. Um 0.30 Uhr verstummte die letzte Nähmaschine – sechseinhalb Stunden nach dem geplanten Feierabend. "Bei den Jollen geht schnell mal etwas kaputt", sagt Dittmar. Rund 30 Segeln ist hier bisher ein zweites Leben eingehaucht worden, auch bei 29er-Skiffs und den größeren 49erFX, die schon auf der Förde trainieren, ehe sie am Mittwoch in ihre Rennen starten.

Auf ein zweites Leben kann sich derweil auch der Ruderkopf des Contenders von Matthias Brevart einstellen. "Das kriegen wir schon hin", sagt Jan Wittenberg. Heute kann sein Patient aus Brandenburg allerdings nicht mehr raus aufs Wasser.

Anspruchsvolle Bedingungen

Da tun sich währenddessen schon die nächsten Probleme auf, an Arbeit mangelt es Bootsbauern und Segelmachern auch am Montagabend nicht. Denn die Bedingungen sind anspruchsvoll, die kabbelige Welle macht vor allem den Seglern auf den Bahnen Richtung Eckernförder Bucht zu schaffen. Da kann etwa ein F18-Katamaran schon mal kentern und den nächsten Werkstattbesuchen.

Auch die ganz Großen sind nicht davor gefeit: Am späten Nachmittag liegt bei Segelmacher Dittmar der Gennaker der dänischen ClubSwan 50 auf dem Tisch, der sich um den Rumpf des 50-Fuß-Racers gewickelt hatte. Bei 235 Quadratmetern Segelfläche sind die nächsten Überstunden vorprogrammiert.

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