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Kiel Linke wollen nur noch Mehrfamilienhäuser
Kiel Linke wollen nur noch Mehrfamilienhäuser
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18:35 13.01.2018
Von Heike Stüben
Bei der Kreismitgliederversammlung behandelte Die Linke in Kiel innerhalb von fünf Stunden insgesamt 180 Änderungsanträge, bevor das Wahlprogramm für die Kommunalwahl am 6. Mai stand. Auf dem Podium sorgten (von links) Florian Jansen, Björn Thoroe, Svenja Bierwirth und Daniel Hofmann für ein hohes Arbeitstempo. Quelle: fpr: Frank Peter

Unstrittig waren dabei Forderungen zur (Re-)Kommunalisierung von wesentlichen Feldern der Daseinsvorsorge. So solle Kiel wieder stadteigene Pflegeheime erhalten. Es sollten jegliche Privatisierungsüberlegungen bezüglich des Städtischen Krankenhauses, die die Linken ausgemacht haben wollen, im Keim erstickt werden. Vor allem sollten umgehend die kommunale Wohnungsbaugesellschaft realisiert und die 30-Prozent-Quote von Sozialwohnungen bei allen Neubauten konsequent umgesetzt werden. Umstritten war hingegen ein Änderungsantrag von Björn Thoroe zum Thema Wohnen.

Das Mitglied des Kreisvorstandes wollte im Wahlprogramm verankert sehen, dass in Kiel bis auf Weiteres nur noch der Bau von Mehrfamilienhäusern zugelassen wird. Nur so könnten die dringend benötigten bezahlbaren Wohnungen entstehen, die noch vorhandenen Grundstücke optimal genutzt und Umwelt und Klima geschont werden. Zudem seien Einfamilienhäuser inzwischen in Kiel so teuer, dass sie für Familien mit Durchschnittsverdienst ohnehin kaum erschwinglich seien.

Mix an verschiedenen Wohnformen?

Uli Schippels und andere widersprachen: Die Stadt benötige einen Mix an verschiedenen Wohnformen. Zudem schade es der Stadt finanziell, wenn Familien mangels Baumöglichkeit ins Umland abwanderten. „Ich bin selbst in einem kleinen Reihenhaus aufgewachsen. Ich weiß: Auch solche Häuser können als sozialer Wohnungsbau funktionieren.“ Dennoch entschied sich die Mehrheit für Thoroes Antrag.

Ihre Kandidaten für die Kommunalwahl will die Linke am 14. Januar bestimmen. Der Kreisverband erhofft sich diesmal ein deutlich besseres Ergebnis als die 3,4 Prozent bei der Kommunalwahl 2013. Das gute Abschneiden in Kiel bei der Landtagswahl 2017 (7,3 Prozent) und der Bundestagswahl 2017 (10,7 Prozent) zeige das Potenzial, erklärte Kreissprecher Florian Jansen. Erstmals habe man bei der letzten Wahl mehr Stimmen auf dem West- als auf dem Ostufer erreicht. „Wir haben vor allem Zuwächse im urbanen, studentischen Milieu“, sagte Thoroe. 52 Prozent der Mitglieder seien jünger als 35 Jahre. Die Mitgliederzahl seit 2017 um 47 auf nunmehr 225 gestiegen.  

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