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Kiel Fonds für Verhütungsmittel ist notwendig
Kiel Fonds für Verhütungsmittel ist notwendig
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16:00 26.11.2018
Von Heike Stüben
Verhütung geht Männer und Frauen an. Oft fühlen sich Frauen damit aber immer noch allein gelassen. Und zum Teil scheitert sichere Verhütung auch an den Finanzen. 
Vorstadt

Damit Verhütung nicht vom Geldbeutel abhängt, will die Kooperation von SPD, Grünen und FDP im Kieler Rathaus 2020 einen Verhütungsmittelfonds einrichten. Einen entsprechenden Antrag wird in die bevorstehenden Haushaltsverhandlungen eingebracht. Ab dem 20. Lebensjahr müssen Frauen und Männer laut Gesetz die Kosten für Verhütung selbst tragen. "Damit wird Bedürftigen das von den Vereinten Nationen verbriefte Recht auf ungehinderten Zugang zu möglichst sicheren, verträglichen und erschwinglichen Verhütungsmitteln armen Menschen vorenthalten", kritisiert Falk Stadelmann, Initiator des Antrages.

Schwangerschaftsabbrüche aus finanzieller Not

Zwar sei die Anzahl der Schwangerschaftskonfliktberatungen laut Kieler Gesundheitsamt deutlich zurückgegangen. Doch die Zahl der Frauen, die aus finanziellen Gründe in die Beratung kommen, ist nicht kleiner geworden. „2004 gaben dort 18 Prozent der Frauen an, dass sie einen Abbruch aus finanziellen Gründen erwägen. 2017 waren es mehr als 33 Prozent, also jede dritte Schwangere“, sagt Stadelmann. Insgesamt wurden 2017 in Schleswig-Holstein 3052 Schwangerschaftsabbrüche registriert.

Ein Zuschuss soll helfen

Für Stadelmann steht fest: „Frauen werden unnötig mit ungewollten Schwangerschaften, den daraus resultierenden Gewissenskonflikten und bei einem Abbruch mit physischen und psychischen Folgen belastet.“ Aus dem   Verhütungsmittelfonds sollen bedürftige Frauen und Männer über 20 einen deutlichen Zuschuss für Verhütungsmittel erhalten, wenn sie in einer Notlage sind. Dazu zählen laut Antrag eine ungewollte Schwangerschaft und die Gefährdung eines Bildungsabschlusses ebenso wie instabile Familienverhältnisse und eine große Zahl von Kindern.

Kiel: "Das Land ist gefordert"

Das Geld soll nur bis 2023 fließen. Danach sieht Kiel das Land gefordert. ERstens könne es so sparen - zurzeit erstatte das Land den Krankenkassen 500 bis 700 Euro für jeden operativen Schwangerschaftsabbruch. Zweitens müsse das Land ein gesundheitspolitisches Interesse daran haben, ungewollte Schwangerschaften zu verringern.

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