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Kiel Pfiffige Lösung gegen das Einschlafen
Kiel Pfiffige Lösung gegen das Einschlafen
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19:35 07.12.2016
Von Martin Geist
Stadträtin Renate Treutel (Zweite von rechts) übergab die Förderbescheide an Sim Levi (rechts) sowie Christian Leonhardt, Beate Ebert, Ulrike Teigelake und Udo Jensen (von links). Quelle: Martin Geist
Gaarden

Ein schönes Beispiel für die Potenziale ist die junge Firma Immomon, hinter der zwei Akteure stehen: Christian Leonhardt ist Restaurator, Dirk Hoffmeister verdient sein Geld als EDV- und Netzwerkexperte, und beide engagieren sich in Gaarden auf vielen Ebenen ehrenamtlich. Man lernte sich kennen, bündelte seine Kompetenzen und entwickelte einen digitalen Service mit vielerlei Anwendungsmöglichkeiten.

Wie der Name Immomon andeutet, geht es um Immobilien-Monitoring, konkret um alles, was mit Raumklima zusammenhängt. In Kirchen, Archiven und Museen spielen oft Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die Erhaltung der jeweiligen Kulturgüter eine entscheidende Rolle. Denkbar ist aber auch die Überwachung des CO2-Gehalts in Klassenzimmern, um nach den Worten von Christian Leonhardt ein ewiges Dilemma zu lösen: „Lüftet man zu viel, ist das Energieverschwendung, lüftet man zu wenig, schlafen alle ein.“ Organisiert ist das Ganze internetbasiert, sodass die Daten samt Handlungsempfehlungen in Echtzeit auf dem Rechner oder dem Smartphone landen. Einige Kirchen arbeiten schon mit der Gaardener Firma zusammen, das Fördergeld soll jetzt genutzt werden, um die Aquise zu stärken.

Udo Jensen ist derweil mit seiner vor elf Jahren in der Pickertstraße gegründeten „Reklamewerkstatt“ schon ein alter Hase, doch auch er freut sich, dass er dank des Kreativfonds neue Tätigkeitsgebiete erschließen. Bisher arbeitet er vor allem handwerklich, etwa bei der Gestaltung von Schaufenstern. Um mehr Kunden zu gewinnen, will Jensen nun die Werbegrafik stärken.

Um Kunst mit Kindern und Jugendlichen geht es wiederum bei Beate Ebert mit ihrer Agentur „Kucoa“. Sie verbindet, wie ebenfalls der Firmenname nahelegt, Kunst und Coaching. Dabei hat sie junge Leute aus sozial schwachen Familien in Gaarden im Blick, durchaus nehmen nach ihren Angaben aber auch Interessierte aus anderen Stadtteilen die Angebote des Ateliers in der Kaiserstraße 4 in Anspruch.

Ebenfalls über 1000 Euro freut sich Ulrike Teigelake, die seit knapp fünf Jahren im Kreativzentrum W8 eine Agentur für Musik und Schauspiel betreibt. Besonders in den Bereichen Jazz, Welt- und Kammermusik vermittelt sie Künstler in ganz Deutschland, ins Auge gefasst hat sie außerdem eine Veranstaltungsreihe im kultig-coolen Ambiente der W8. Das Preisgeld will Ulrike Teigelake jetzt nutzen, um ihren Außenauftritt zu verbessern.

Sim Levi ist der Fünfte im Bunde der Geförderten und macht mit Streetart von sich reden. Aufmerksamkeit auch bei mehreren Fernsehsendern erregte er zuletzt mit Graffitiarbeiten an Gaardener Hausfassaden. Aktuell erstellt er in der Elisabethstraße auf einem Hoftor ein Konterfei von Queen Elisabeth. Die 1000 Euro nutzt Levi, der auf dem Sprung zur Hauptberuflichkeit ist, um die Materialkosten für ein Streetart-Projekt mit Jugendlichen aus dem Stadtteil zu finanzieren.

Überreicht wurden die Förderbescheide von Stadträtin Renate Treutel, die im Rathaus auch fürs Thema kreative Stadt zuständig ist. Sie bezeichnete Gaarden als „ganz wichtige Säule“ der Kieler Kreativwirtschaft und ermunterte die diesmal nicht berücksichtigten Bewerber, es 2017 noch einmal zu versuchen.

Nach Angaben von Christoph Adloff, einem von sieben Angehörigen der Jury, standen diesmal elf Projekte zur Auswahl. Noch einmal 5000 Euro gibt es im kommenden Jahr zu verteilen, über eine Verlängerung des Programms muss dann die Ratsversammlung entscheiden.

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