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Zwei neue Anbieter gehen an den Start

Leihfahrräder Zwei neue Anbieter gehen an den Start

Kiel macht einen neuen Versuch, Leihräder im Stadtgebiet einzuführen. Zwei Anbieter wollen ihr Angebot in der Landeshauptstadt etablieren. Gleichzeitig wurde Campusrad, das Leihsystem von Deutscher Bahn und Christian-Albrechts-Universität (CAU), nach nicht mal drei Jahren Ende 2017 eingestellt.

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Die Nutzung von Leihfahrrädern soll helfen, die Luftqualität in deutschen Städten zu verbessern. Zwei neue Anbieter wollen sich in Kiel etablieren.

Quelle: Hauke-Christian Dittrich

Kiel. Die neuen Anbieter kommen wie gerufen, sagt Stadtbaurätin Doris Grondke. „In den Diskussionen, Beteiligungsrunden und Workshops zum Masterplan Mobilität und zum Konzept 100% Klimaschutz wurde vielfach die Notwendigkeit angesprochen, ein leistungsfähiges und möglichst flächendeckendes Leihradsystem für Kiel zu realisieren.“ Sie sieht es außerdem als Vorteil, dass der Stadt keine Kosten entstehen. Denn die Anbieter tragen die Kosten vollständig selbst.

Anders als Campusrad verleihen die beiden Unternehmen, Ofo und Donkey Republic, ihre Räder ohne feste Stationen. Der chinesische Anbieter Ofo bietet seine Räder im sogenannten „free floating“-System an. Das heißt, die Räder sind überall im Stadtgebiet verteilt. Dort, wo sie abgestellt werden, können sie auch wieder ausgeliehen werden. Das funktioniert über eine App, die man sich herunterladen muss, und über das Einscannen eines QR-Codes am Fahrrad. Sobald man das Fahrrad abstellt und abschließt, endet der Leihvorgang. Ofo plant, zunächst mit rund 1500 Rädern in Kiel an den Start zu gehen. Nach einer ersten Pilotphase, die etwa drei Monate dauert, könnten weitere 1500 Rädern dazukommen, teilte die Firma im Fahrradforum mit.

Bei der dänischen Firma Donkey Republic werden die Fahrräder an sogenannten „Hubs“ ausgeliehen und auch wieder zurückgegeben. Das sind keine fest installierten Stationen, sondern Fahrradständer im öffentlichen Raum, die als Leihstation digital festgelegt sind. Auf der Donkey-App, die man sich für den Leihvorgang herunterlädt, sind die Hubs eingezeichnet. Rund 50 solcher Stationen soll es nach dem Markteintritt von Donkey im Kieler Stadtgebiet mit rund 200 Rädern geben.

Beide Systeme halten Verantwortliche in Kiel für erfolgversprechender als Campusrad. Hier gab es nur 50 Räder, die an vier festen Stationen abgeholt und wieder zurückgegeben werden mussten. „Das waren viel zu wenige Stationen und Räder“, sagt Uwe Pfründer, Leiter des Gebäudemanagements der CAU und verantwortlich für Campusrad. Deshalb sei das System nie richtig genutzt worden und am Ende einfach nicht mehr wirtschaftlich gewesen. „Die Bahn hat den Vertrag deshalb Ende des Jahres gekündigt. Aber wir wollten auch kündigen, weil wir gehört haben, dass neue Anbieter nach Kiel kommen“, so Pfründer weiter. Von beiden Anbietern erhofft er sich ein attraktiveres Angebot für Studierende und Uni-Mitarbeiter. „Unser Ziel ist, dass Studierende auch bei den neuen Anbietern wieder die erste halbe Stunde kostenlos nutzen können“, versichert Pfründer. Die Kosten dafür trage die Uni.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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