Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Letzte Marine-Hubschrauber abgeflogen
Kiel Letzte Marine-Hubschrauber abgeflogen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:36 06.11.2012
Von Lara Eckstein
Am Dienstagmorgen hoben die letzten fünf verbliebenen flugfähigen „Sea King“-Hubschrauber in Kiel-Holtenau ab Quelle: dpa
Kiel

Zum Abschied ist noch ein Mal alles perfekt, selbst das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite: Ein kalter, klarer Morgen mit blauem Himmel und einer strahlenden Novembersonne, die sich in der Förde spiegelt. „Das traumhafte Ambiente hier werden wir vermissen“, sagt Fregattenkapitän Martin Kneip. „Es ist jetzt aber Zeit für uns, zu gehen.“

Im niedersächsischen Nordholz sollen alle Marineflieger an einem Standort zusammengelegt werden. Das sei nun mal Teil der Neuausrichtung der Bundeswehr und wirtschaftlich sinnvoller, sagt Kneip - doch der Abschied fällt dem Kommodore trotzdem schwer. Die Verlegung ist kein Bestandteil der jüngsten Bundeswehrreform, sondern steht bereits seit mehreren Jahren fest.

Eine Ära an der Förde ist zu Ende: Das Marinefliegergeschwader 5 hat seinen neuen Standort in Nordholz in Niedersachsen. Am Dienstagmorgen hoben die letzten fünf verbliebenen flugfähigen „Sea King“-Hubschrauber in Kiel-Holtenau ab und machten sich auf den Weg nach Nordholz.

Seit 1958 war das MfG 5 mit 21 Hubschraubernan der Förde stationiert, rund 13 000 Einsätze sind die Marineflieger von Holtenau aus geflogen. Neben ihren Einsätzen für die Marine haben die Sea-King-Hubschrauber auch immer wieder Schiffsbrüchige, verunglückte Surfer und andere Menschen in Notsituationen gerettet. Die Marineflieger waren im Einsatz, als im Herbst 1998 vor der schleswig-holsteinischen Westküste die Besatzung des havarierten Holzfrachters „Pallas“ zu bergen war und als 1993 bei Rügen die polnische Fähre „Jan Heweliusz“ unterging. Noch frischer in der Erinnerung: Im Oktober 2010 retteten Marineflieger einem 14-Jährigen das Leben, der in seiner Kabine auf der brennenden litauischen Fähre „Lisco Gloria“ gefangen war: Mit einem Rettungskorb holten die Soldaten den Jungen heraus.

Für den Such- und Rettungsdienst in der Ostsee ist ab Dienstag die Außenstellen in Warnemünde zuständig. Die Ära der „Seekönige“ aus Holtenau ist vorüber. Der Abzug aus Kiel ist mit einem Verlust von etwa 1000 Dienstposten verbunden.

Unklar ist in Kiel noch, wie das 80 Hektar große Gelände in Kiel-Holtenau künftig genutzt wird. Es gibt Überlegungen, dort Gewerbebetriebe anzusiedeln, aber auch Wohnungen zu bauen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige