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Kiel 6,6 Millionen für Kiels Sahnestück
Kiel 6,6 Millionen für Kiels Sahnestück
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20:06 13.09.2016
Von Carola Jeschke
Ministerpräsident Torsten Albig (rechts) überreichte den Förderbescheid für das MFG-5-Gelände an Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Quelle: Sven Janssen
Kiel

Auch für die Landesregierung ist die Sanierung des Areals von großer Bedeutung. „Es wird zu einer weiteren Visitenkarte der Landeshauptstadt“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig am Dienstag bei der Übergabe des Förderbescheids.

 Es ist die bislang höchste Einzelbewilligung, die in Schleswig-Holstein im Rahmen der Städtebauförderung jemals gewährt wurde. Albig verwies auf den hohen Stellenwert des Geländes für die weitere Entwicklung Kiels – besonders im Hinblick auf „bezahlbaren“ neuen Wohnraum für bis zu 3000 Einwohner. „Dieser Wohnraum ist gerade im Ballungsraum Kiel dringend nötig, vor allem, wenn er auch für Geringverdiener erschwinglich ist“, sagte Albig. Mit dem Areal werde die Landeshauptstadt ihre hohe Qualität unter Beweis stellen und um eine maritime Note bereichert.

 Höchst erfreut zeigte sich Ulf Kämpfer über die Finanzspritze aus dem Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“. Allein die Erschließungskosten belaufen sich nach Angaben des Verwaltungschefs auf geschätzte 85 Millionen Euro. „Diese Summe verdeutlicht, wie weit der Weg noch ist, der vor uns liegt.“ Mit einem Augenzwinkern fügte Kämpfer hinzu: „Wir werden aber schneller sein als der Bau der A20.“ Baudezernent und Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) geht davon aus, dass der Planungsprozess noch bis zu fünf Jahre dauern wird. „Allein die europaweiten Ausschreibungen kosten eine Menge Zeit.“ Die ersten Wohnungen könnten in etwa sechs Jahren bezogen werden.

 Wie berichtet, sollen auf der rund 80 Hektar großen Fläche ein Wohnquartier mit bis zu 1200 Wohnungen sowie ein Gewerbegebiet und ein Mischgebiet entstehen. Bis es soweit ist, muss noch viel passieren. Damit das Wohnquartier neben den „Fördeterrassen“ entwickelt werden kann, muss zunächst der Tonnenhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Kiel-Holtenau in den Plüschowhafen umziehen. Kritisiert wurde der Umzug in der Vergangenheit besonders von der Wirtschaft, die ausreichend Platz an der Kaikante für die Ansiedlung maritimer Unternehmen fordert. Albig warb um Verständnis dafür, dass auch das Gewerbe einen attraktiven Standort benötige. „Wir brauchen nicht nur Wohlfühlquartiere, sondern auch Orte, wo Geld verdient wird.“ Er freue sich bereits auf eine gute Mischung aus Cafés, Restaurants, Büros und Werkstätten. „Daran werden die Bürger aktiv mitwirken, beispielsweise auf der Sitzung des Planungsbeirates oder beim anschließenden Bürgerdialog“, sagte Albig.

 Der Planungsbeirat traf sich am Abend, um über den aktuellen Stand der Planungen zu sprechen. Die Vorsitzenden der beteiligten Ortsbeiräte Holtenau Pries/Friedrichsort, Herbert Kulbarsch und Hans-Meinert Redlin, hatten zuvor auf Einladung des OBs die Übergabe des Förderbescheids im Plüschowhafen verfolgt. „Wir sind ja diejenigen, die am Ende alle Entscheidungen den Bürgern vermitteln müssen“, sagte Kulbarsch, der auch Vorsitzender des Planungsbeirates ist.

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