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Elf moderne Minenjäger für Kiel

Marinestandort gestärkt Elf moderne Minenjäger für Kiel

Der Marinestandort Kiel, zu dem derzeit rund 3000 Soldaten und zivile Beschäftigte gehören, wird weiter gestärkt. Das 3. Minensuchgeschwader, das mit 800 Soldaten und zwölf Booten der größte Verband im Kieler Hafen ist, steht vor einer umfassenden Modernisierung.

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Blick in den Tirpitzhafen: Hier liegt das 3. Minensuchgeschwader mit seinen aktuell zwölf Booten.

Quelle: Frank Behling

Kiel. „Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat grünes Licht für die Entwicklung neuer Boote gegeben“, bestätigte Fregattenkapitän Martin Schwarz, Kommandeur des 3. Minensuchgeschwaders. Damit spielt die Landeshauptstadt, die über Jahre militärische Komponenten abgeben musste, perspektivisch wieder eine herausragende Rolle in den Planungen des Verteidigungsministeriums.

Zuletzt wurden bereits Investitionen in den Stützpunkt angekündigt und mit dem Bau neuer Unterkunftsgebäude begonnen. Jetzt stehen die Forderungen der Minenjagd ganz oben auf der Prioritätenliste. Nachdem zeitweise Strategen diese Aufgabe in der Zukunft allein mit Drohnen erledigen wollten, ist die Euphorie für unbemannte Systeme inzwischen etwas verflogen.

„Wir werden auch in Zukunft Minenjagdboote mit Menschen brauchen. Unbemannte Systeme sind nur eine Komponente neben dem Minentaucher und dem Minenjagdboot“, sagt Fregattenkapitän Martin Schwarz, Kommandeur des 3. Minensuchgeschwaders in Kiel. Zehn Minenjagdboote der Klasse 332 sowie zwei Hohlstablenkboote und zwölf Seehund–Drohnen umfasst sein Geschwader. Während die Lenkboote zeitnah zu Schulbooten umgerüstet werden, lastet die Aufgabe der Minenabwehr in den kommenden Jahren voll auf den zehn Booten des Typs 332.

Fest steht, dass als Ersatz elf Neubauten kommen. „Es wird sich auch um hochgeschützte Plattformen handeln“, sagt Schwarz. Das bedeutet, dass sie auch in ein mit Minen verseuchtes Gebiet einfahren können und so gebaut sind, dass sie Explosionen überstehen können. Fest steht auch, dass die Neubauten größer als die alten werden. Die jetzigen Boote sind 54 Meter lang, verdrängen 600 Tonnen und haben 40 Besatzungsmitglieder. Genaue Daten sollen bei der jetzt kommenden Planungsphase entwickelt werden. Nach Auswahl eines Entwurfs könnte ab 2022 das erste Boot bestellt und ab 2027 ausgeliefert werden.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Marineexperte Frank Behling

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