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Kiel Ein Plädoyer für den Vierbeiner
Kiel Ein Plädoyer für den Vierbeiner
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19:44 20.01.2019
Von Karina Dreyer
Als Hunderechtler plädierte TV-Hundeprofi Martin Rütter für das Verhalten mancher Vierbeiner für "Freispruch". So heißt seine Show, mit der er auch in Kiel gastierte. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Rütter konnte die rund 6000 Menschen starke Zuschauer-Jury in der ausverkauften Sparkassen-Arena mit seinen Argumenten überzeugen. Was nützt es, dass ein Hund „Dog Dancing oder Bierkästen von der Tankstelle apportieren kann, aber er kommt nicht, wenn man ihn ruft“, fragte Rütter. Das liegt nicht am Hund, sondern an der Konsequenz und Priorität des Halters. Deshalb kommt bei Rütter jeder Hund anfangs ans Brustgeschirr und an die Schleppleine, auch zu Hause, bis es funktioniert. Rütter empfiehlt auch, statt des häufigen Füllworts „komm“ lieber „hier“ zu rufen. Und vor allem mit dem einen Leckerli zu hantieren, das für den Hund der Jackpot ist und dass er nur mit dem „hier“ verbindet.

Entertainer mit Frauen-Männer-Witzen

Rütter setzt sich als Hundeprofi und immer mehr als Entertainer dafür ein, dass der Hund in seiner Natur verstanden wird: Menschen sollten aufhören, bei Hunden menschlich zu denken. „Wenn wir einen Rüden Dagmar nennen, ist dem das doch total egal.“ Hunde scheinen laut Rütter auch ein spezielles Frauenproblem zu haben: „Bitte, liebe Frauen, hört auf, die Hunde so voll zu labern.“ Frauen würden dreimal so viel mit ihrem Hund reden wie mit dem Mann. „Dieses Dauergeräusch nutzt sich ab“, sagt er. Rütter fängt mit Frauen-Männer-Plattitüden à la Komiker Mario Barth Lacher.

Mit seinem Wissen punktet der Experte

Doch er überzeugt vor allem mit seinem Wissen und seinen Ansätzen. Es ist spannend, wenn er erklärt, warum Postboten die meistgebissene Berufsgruppe weltweit sind und dass das „aus Hundesicht sogar logisch ist“. Denn in einem sehr ritualisierten Hunde-Alltag muss der Postbote dem Hund als dumm und unbelehrbar erscheinen. Tagtäglich und zu festen Zeiten dringt der Briefträger in das Revier des Hundes ein, lässt sich scheinbar vom Bellen und Knurren schon nach kurzer Zeit vertreiben, „kommt aber am nächsten Tag wieder, als permanente Störung“. Der Hund will ihn endgültig vertreiben und beißt in Ferse, Wade oder Hüfte. Rütter weiß aus Gesprächen mit der Deutschen Post, dass dadurch jährlich ein Schaden von rund elf Millionen Euro entsteht.

Menschen sind emotional

Auch in anderen Alltagssituationen: „Das Betteln und Hausieren ist für den Hund notwendig, um zu überleben.“ Das Problem sei nur, dass aus dem Betteln schnell das Fordern entstehe. Menschen seien einfach unfassbar emotional zu Hunden und lassen vieles durchgehen. Sein Plädoyer: „Seid konsequent, gebt dem Hund doch einfach nix vom Tisch“.

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