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Kiel Mit dem Segelschiff auf der Kieler Woche
Kiel Mit dem Segelschiff auf der Kieler Woche
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08:00 22.06.2018
Von Alev Doğan
Ayla Diesing wurde nach dem Abitur Matrosin – und ist mit der "Eye of the Wind" auch bei der Windjammerparade 2018 dabei. Quelle: Manuel Weber
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Kiel

Die „Eye of the Wind“ liegt am Tiessenkai in Holtenau. Ayla Diesing läuft barfuß in T-Shirt und Shorts über die Flaniermeile. So nah an ihrer Heimat ist sie nicht oft. Im Normalfall ist sie drei Monate auf See, anderthalb an Land.

„Ich mag es einfach, draußen in der Natur zu sein – und der Natur auch ausgesetzt zu sein.“ Denn das mache ja gerade das Segeln aus, „dort zu sein, wo der Wind einen hinträgt“. Als sie gleich nach dem Abi zur „Eye of the Wind“ kam, habe sie sofort Blut geleckt.

Arbeiten an Segeln, Masten und am Holz

Seit zwei Monaten gehört Diesing nicht mehr nur als Trainee zur Crew, sondern ist fest angestellt als Deckhand. Das heißt, sie ist für alle Segelarbeiten an Deck zuständig: Segel setzen, alle Arbeiten an den Masten, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten am Holz. „Ich mag es, körperlich zu arbeiten. Herauszufinden, was alles möglich ist, wenn man etwas Kaputtes reparieren muss, weil man es nicht auf die Schnelle gegen etwas Neues austauschen kann.“

Überhaupt unterscheide sich das Leben auf dem Segelschiff doch ziemlich stark von dem an Land. „Wir haben keinen Fernsehanschluss, nur ein paar DVDs“, erzählt sie. „Und wir haben zwar Smartphones, aber die spielen im Alltag fast keine Rolle.“

Die Crew ist wie eine zweite Familie

Insgesamt besteht die internationale Besatzung aus neun Mitgliedern, drei davon sind Trainees, neun sind fest angestellt. Ihre Kammer teilt sich Diesing mit drei weiteren Crew-Mitgliedern. Und wie ist das, auf engsten Raum so viel Zeit mit anderen zu verbringen? „Die Crew ist schon wie eine zweite Familie für mich“, sagt Diesing.

Die Crew finanziert sich über ihre Besucher: Zwölf Übernachtungsgäste hat die „Eye of the Wind“ meist dabei. „Wir haben die unterschiedlichsten Menschen zu Gast, lernen sie kennen und hören ihre Geschichten. Das ist super interessant. Und, naja, die Törns mit Atlantiküberquerung in die Karibik sind auch ziemlich cool.“

Im Moment könne sie es sich nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. „Ich werde segeln, bis ich keine Lust mehr habe“, sagt sie schlicht. „Vielleicht noch zwei Jahre, vielleicht 20, vielleicht für den Rest meines Lebens.“

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