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Kiel „Wir sind Volkspartei der Mitte“
Kiel „Wir sind Volkspartei der Mitte“
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13:02 06.10.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in der Sparkassen-Arena. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

In Zukunft werde noch viel stärker die Migration aus Afrika eine Rolle spielen als der Umgang mit Flüchtlingen aus Syrien oder dem Irak, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonnabend auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Kiel. „Darauf müssen wir als Union mit einem gemeinsamen Plan reagieren.“ Der Umgang mit Afrika müsse dabei als Chance und nicht als Problem begriffen werden.

CDU und CSU sollten sich „nicht permanent mit der Vergangenheit beschäftigen“, sagte Merkel. Manchmal diskutiere die Union immer noch so, als wenn man noch im Sommer 2015 sei. Zwar seien nicht alle Probleme gelöst, die Situation habe sich aber „vollkommen verändert“ seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Sommer 2015.

Merkel: Partei hat drei Wurzeln

Gleichzeitig warb die Bundeskanzlerin dafür, mit der CDU weiterhin „die Mitte ausfüllen“. In einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Jungen Union (JU), Paul Ziemiak, sagte die CDU-Vorsitzende: „Wir sind Volkspartei der Mitte - dazu gehören alle drei Wurzeln: die konservative, die christlich-soziale, die liberale.“ Merkel bedauerte, dass das Durchschnittsalter der CDU-Mitglieder über dem Alter der Gesamtbevölkerung liegt. Sie erklärte, sie wünsche sich mehr junge Menschen und noch mehr Frauen in der Partei. Letzteres sei auch ein Auftrag an die Junge Union.

Die Abwahl von Merkels treuem Weggefährten Volker Kauder als Chef der Unionsfraktion hatte zuletzt Anlass für Spekulationen über Merkels Nachfolge gegeben. Die CDU-Vorsitzende zeigte sich im Interivew mit Ziemiak offen für neue Ideen und kontroverse Diskussionen.

Offene Debatten seien wichtig

Sie sagte: „Wir müssen Debatten führen, also wirklich auch in den Diskurs gehen. Nicht uns immer schon gleich vorher sozusagen niederschmettern, wenn einer mal eine andere Meinung hat.“ Denn nur in offenen Debatten könne man auch interessante neue Ideen entwickeln.

Eine der wichtigsten Debatten in der jüngeren Vergangenheit war die Dieselfrage. Merkel hat in diesem Zusammenhang die deutsche Autoindustrie  erneut scharf kritisiert. Es sei dort in der Diskussion um Schadstoffreduzierungen gelogen und betrogen worden, sagte sie. Etliche in der Autoindustrie hätten sich „sehr schuldig gemacht und Vertrauen verspielt“. Sie wolle dennoch, dass es weiterhin einer starke Automobilwirtschaft in Deutschland gebe.

Erinnerung an Zeit als Umweltministerin 

In ihrer Zeit als Umweltministerin habe sie versucht, sich an viele Forderungen aus der Autoindustrie zu halten, sagte Merkel. Sie habe sich damals nicht vorstellen können, dass es Autos gebe, die auf 90 Prozent der Strecke zwischen München und Berlin ohne Katalysator fahren würden. Dass man da misstrauisch werde, liege nicht an der Politik, sondern an der Autoindustrie.

Generell hatte die Kanzlerin noch einen Appell für die Delegierten in der Kieler Sparkassen-Arena im Gepäck: Eine weitere Spaltung in Deutschland und Europa dürfe es nicht geben. Man dürfe nicht wieder anfangen, in Gruppen aufzuteilen: hier Migranten, dort Deutsche, hier Osten, dort Westen. Zuerst kämen Worte, dann folgten Taten. „Die Würde, und zwar jedes Menschen, ist unantastbar.“

Von RND/pat/dpa

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