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Kiel Der Seabin macht den Hafen sauber
Kiel Der Seabin macht den Hafen sauber
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08:55 29.06.2018
Von Günter Schellhase
Der Seabin saugt das Oberflächenwasser an. Der Müll bleibt im Netz hängen. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Es ist der erste schwimmende Müllsauger an den nordeuropäischen Küsten. Wenn es nach Sportboothafen-Chef Philipp Mühlenhardt geht, sollen schnell weitere folgen.

Der Sauger hängt im Kranbecken im Nordhafen in Kiel-Schilksee und schlurft so vor sich hin – der Beobachter sieht direkt, wie Teile auf der Wasseroberfläche sich zu dem Schlund bewegen und darin verschwinden. „Nach Herstellerangaben schafft er in der Stunde etwa 25000 Liter und saugt in einem Umkreis von zehn Metern alles in sich hinein“, erklärt Mühlenhardt.

Für Fische besteht keine Gefahr

Eine Pumpe erzeugt ein Vakuum, was den Apparat in pulsierende Bewegungen versetzt, so dass wirklich nur das Oberflächenwasser eingesogen wird – für Fische besteht keine Gefahr, einzig Algen finden sich neben dem Abfall im Netz. Und es ist wirklich erstaunlich, was der Seabin so alles an Dreck verschlingt. Mühlenhardt leert das Netz auf dem Steg aus: „Kippen, Plastikteile, durchsichtige Folien – alles Mögliche haben wir schon rausgefischt“, sagt er.

Einsatz in anderen Häfen geplant

Freizeitskipper hinterlassen ebenso schwimmenden Müll wie die Regattasegler zur Kieler Woche. „Die Sportler packen ihre Boote aus, achten nicht auf Folien oder sonstige Teile, die dann vom Wind ins Becken geweht werden“, sagt der Sporthafen-Chef. Dagegen kommt ein Müllsauger allein nicht an. Vier nur für das Nordbecken in Schilksee hätte Mühlenhardt gerne. Bisher funktionieren die Geräte auch nur an Schwimmstegen – an Lösungen für feste Anlagen wird gearbeitet. Dass die schluckenden Eimer auch in anderen Kieler Häfen zum Einsatz kommen, ist in Planung. „Überall, ob nun in der Wik oder in Düsternbrook, gibt es Dreckecken im Wasser“, so Mühlenhardt.

Müllsammlung soll Segler sensibilisieren

Allerdings ist die Anschaffung der Seabins nicht einfach. Produziert werden die Geräte in Australien, die Erfinder sind zwei Segler, die bisher noch keine festen Vertriebswege aufgebaut haben. So kam das erste Gerät, das etwa 3500 Euro kostet, über Umwege nach Kiel. Die Hersteller versprechen aber Rabatte bei der Abnahme von höheren Stückzahlen. Das wäre eine Perspektive für Mühlenhardt. Seine Mitarbeiter leeren den einen Korb schon jetzt zweimal täglich, weil er schnell voll ist. Demnächst, so der Plan, soll im Sporthafen an exponierter Stelle in einem Glaskasten eine Müllsammlung zur Schau gestellt werden. „Wir wollen mit dem Seabin signalisieren, dass wir uns der Verschmutzung der Meere annehmen und die Segler sensibilisieren“, sagt der Sporthafen-Chef.

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