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Kiel Gedenkveranstaltung im Kieler Rathaus
Kiel Gedenkveranstaltung im Kieler Rathaus
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12:42 28.01.2018
Von Alev Doğan
Stadtpräsident Hans-Werner Tovar legt die erste Rose auf die Stolpersteine. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung im Kieler Rathaus stand das Schicksal der sogenannten Ostjuden und einer Familie im Besonderen: die Familie Metzger. Norbert Aust und Jutta Hagemann lasen aus den Briefen der Kieler Eheleute Frida und Hermann Metzger an ihre Kinder.

Das Zertifikat nach Palästina

Diese Briefe aus den Jahren 1939 und 1940 richteten sich an ihre vier älteren Kinder, die es geschafft hatten, nach Palästina zu emigrieren. Immer wieder geht es in den Briefen um ein Zertifikat, dass die in Kiel gebliebenen Metzgers brauchen, um ebenfalls nach Palästina einreisen zu können. In einem Brief heißt es: "Wir haben das Zertifikat immer noch nicht bekommen. Die anderen Familien fahren nach Kuba, Amerika und Holland. Wie können wir am schnellsten zu euch kommen? Hoffe, euch bald wiedersehen zu können." Frida und Hermann Metzger sowie der jüngere Sohn Adolf überlebten den Holocaust nicht.

Gesellschaftliche Grenzen dessen, was sagbar und machbar ist

"Die Opfern des Nationalsozialismus waren nicht nur Opfer", sagte Stadtpräsident Hans-Werner Tovar. "Sie waren Menschen, die gearbeitet, gelebt und geliebt haben, und die plötzlich jede Gewissheit, jede Lebensplanung verloren haben." Gerrit Schirmer, der Beauftragte für Erinnerungskultur der Landeshauptstadt mahnte: "Die Grenzen dessen, was sagbar und machbar ist, sind keine rechtlichen, es sind gesellschaftliche Grenzen." Und: "Es ist unsere Verpflichtung, moralische Grenzverschiebungen und menschenfeindliche Äußerungen in ihre Schranken zu weisen."

Gelbe Rosen um die Stolpersteine

Im Anschluss an die Lesung ging die Gruppe zu den Stolpersteinen am damaligen Wohnort der Familie. Nach einer Schweigeminute legten die Menschen gelbe Rosen um die Stolpersteine - in Gedenken an die Familie Metzger, die einst in Kiel lebte.

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