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Kiel Geomar: Kosten steigen erheblich
Kiel Geomar: Kosten steigen erheblich
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06:00 23.10.2018
Von Martina Drexler
Immerhin der Rohbau, den Geomar-Projektkoordinator Armin Form begutachtet, steht schon. Er ist das Herzstück der Erweiterung und entsteht nach den Plänen des Berliner Büros Staab Architekten bis ins Jahr 2021. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

 Nach zehn Jahren Vorbereitung gab es im März 2017 zwar endlich den Spatenstich für den Erweiterungsbau, der nach der Fertigstellung 2019 etwa 75 Millionen Euro netto (brutto 90 Millionen Euro) kosten sollte. Projektsteuerer erwarten aber jetzt, dass  Investitionen von 109 Millionen Euro nötig sein werden. Die Fertigstellung verschiebt sich demnach bis 2021, der Umzug der 500 Mitarbeiter vom Düsternbrooker Weg auf das Jahr danach.

Am Seefischmarkt entsteht Europas größter Standort für Meeresforschung

Außer Frage steht für Herzig die immense Bedeutung des Gebäude-Komplexes von Erweiterungsbau, Parkhaus und Proben-Lager am Seefischmarkt für die Forschung, aber auch für Kiel. Mit 15.000 Quadratmetern verdreifache der Bau die Nutzfläche auf dem Ostufer, vereine  etwa 1000 Mitarbeiter und lasse so Europas größten Meeresforschungsstandort entstehen.

Streit mit Generalunternehmer über Parkhaus und Proben-Lager

Bereits über die ersten Bauabschnitte, in denen ein Zentrales Probenlager und ein Parkhaus entstehen sollten, stritt sich Geomar mit einem Generalunternehmer, der in die Insolvenz ging. Das Lager, das bis zu 44 Kilometer Meeresboden-Proben aufnehmen kann, nutzen die Forscher zwar schon, allerdings provisorisch. Das Parkhaus wird voraussichtlich erst im August 2019 fertig wird. Ein weiterer Grund für die Verteuerung liegt im Wechsel der Einrichtung 2012 von der Leibniz-Gemeinschaft in den Helmholtz-Verbund, der den Aufbau einer eigenen Bauabteilung und damit Verzögerungen nach sich zog. Dazu kamen Grundstücksprobleme, unter anderem mit dem Bau einer Hauptentwässerungsleitung, Kampfmittel-Räumung und einer zusätzlichen Seewasseransaugleitung.

Die Baukosten teilen sich der Bund (90 Prozent) und das Land als Grundstückseigentümer (zehn Prozent). Ein Großteil der Mehrkosten ist zwar gedeckt, aber Geomar muss zehn Millionen Euro selbst stemmen.  Um Kürzungen im wissenschaftlichen Bereich abwenden zu können, setzt der Geomar-Direktor „nach konstruktiven Vorgesprächen“ auf die Unterstützung des Landes. Am 1. November trift er sich mit Ministerpräsident Daniel Günther.

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