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Kiel Neue Mensa im alten Kesselhaus
Kiel Neue Mensa im alten Kesselhaus
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00:17 19.01.2013
Von Martina Drexler
Ansturm auf leckeres Essen: Um die Mittagszeit war die neue Mensa an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel besetzt. Quelle: Paesler
Kiel

Klein, aber fein fällt die Mensa nicht nur wegen ihrer großen Vorliebe für fleischlose (60 bis 70 Prozent) und regionale Gerichte aus dem Rahmen, sondern auch wegen ihrer Entstehung: Da die Küchenfirma im vergangenen Sommer pleite ging, musste eine neue Ausschreibung erfolgen – inklusive Bau-Verzögerungen. So zogen die Muthesianer im Herbst mit viel Freude vom alten Standort am Lorentzendamm auf den neuen Campus zwischen Knooper Weg, Legienstraße und Wilhelminenstraße. Doch die 580 Studenten und etwa 100 Mitarbeiter fanden noch keine Küche vor.

 In die Bresche sprang dann ab dem 10. Oktober 2012 bis zum 15. Januar 2013 das benachbarte „L`Etage“: Das Provisorium mit etwa 120 Gästen pro Tag sei dort viel besser gelaufen als vermutet, lobten Küchenleiter Michael Klein, Susann Schrader, Geschäftsführerin des Studentnwerkes Schleswig-Holstein, und Prof. Rainer Ernst, Präsident der „Mu“, einmütig. Manchmal seien es sogar bis zu 170 Gäste gewesen, erinnert sich Klein, „was unter den sparsamen Bedingungen mit der Mini-Küche ziemlich viel ist.“ Alles in allem ein bisschen chaotisch, habe aber trotzdem viel Spaß gemacht, meint der 42-Jährige, der früher im Bistro „Bruno“ in Strande und im „Oblomow“ kochte.

 Die Zeiten, als Studentenmassen noch mit Essen in vorgestanzten Blechen abgespeist wurden, sind lange vorbei. Klein wurde gern zum Kantinenchef: „Heute haben die Mensen die normale Gastronomie in vielen Bereichen eingeholt, wenn nicht überholt.“, verweist er auf Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren und die hohe Qualität von Bio-Produkten. Dass die Wahl auf Klein fiel, begründet Schrader auch mit dessen Erfahrungen in vegetarischer und veganer Küche: „Das ist ein Trend, der zunehmen wird.“ Dem habe man bereits mit dem „Green Day“ an allen schleswig-holsteinischen Hochschulen am ersten Donnerstag im Monat Rechnung getragen.

 Dort, wo 1907 der Kohlenkeller für die Heizungsanlage eingerichtet wurde, sollen nach dem Umbau mit viel Glas nach Angaben von Hans-Jürgen Tank (Studentenwerk) etwa 300 Gerichte über die Theke gehen. Platz ist für 106 Gäste. Die Cafeteria ist zwischen 9 und 16 Uhr geöffnet, Mittagessen gibt es zwischen 11.30 und 14 Uhr. Auch Externe sind willkommen, aber möglichst nur in den Randzeiten. Während Studierende nur zwischen 1,30 Euro (Eintopf) und 4,20 Euro (komplettes Menü mit Fleisch) zahlen, müssen Mitarbeiter und Fremde mehr berappen. So kostet ein Rinderbraten mit Gemüse und Kroketten für Studierende 3,40 Euro, für Mitarbeiter 4,80 Euro und für Externe 5,40 Euro. Zur Eröffnung gab es am Mittwoch ein Festmenü: Gemüse und Couscous oder Putensteak, zum Dessert Panna Cotta oder Fruchtsalat.

 Präsident Ernst ist jedenfalls begeistert vom neuen, alten Kesselhaus, das auch Raum für Veranstaltungen und Projektpräsentationen bietet: Es werde die akademische Atmosphäre prägen, einen Ort schaffen, wo man sich informell austauscht. Der nächste Termin, an dem von der neunköpfigen Küchenmannschaft Hochleistungen im Catering erwartet werden, ist der Valentinstag: Am 14. Februar lädt die „Mu“ zum Jahresempfang.

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