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Kiel Junge Bauingenieure braucht das Land
Kiel Junge Bauingenieure braucht das Land
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08:00 26.06.2018
Von Martin Geist
Sie freuen sich über den guten Start des Studiengangs Bauingenieurswesen. Von links: FH-Präsident Prof. Udo Beer, Frank Eisoldt von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, Johannes Oelerich vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Torsten Conradt vom Landesbetrieb Straßenbau, Prof. Lars Appel, der Chef des neuen Instituts für Bauingenieurswesen, und Claudia Martens, die an der FH Kiel fürs industriebegleitende Studium zuständig ist. Quelle: Martin Geist
Kiel

 Für 40 Studienplätze liegen bislang 58 Bewerbungen vor. „Es gibt also nicht nur einen Bedarf an Fachkräften, sondern auch junge Menschen, die ihre Zukunft in diesem Berufsfeld sehen“, freut sich FH-Präsident Prof. Udo Beer. Die Entscheidung der Landespolitik für diesen Studiengang habe sich als „goldrichtig“ erwiesen.

Studienanfänger verdienen von Anfang an Geld

Mindestens 28 der Anfänger werden nach Beers Angaben im dualen Modell ein sogenanntes industriebegleitetes Studium absolvieren. Für den Landesbetrieb Straßenbau, die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) sowie den Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) trifft dieser Begriff sprachlich zwar nicht ganz zu, wohl aber inhaltlich, wie deren Chefs betonen. Der Nachwuchs wird bei allen drei Einrichtungen vom ersten Studientag an auf der Personalliste geführt. Und bei einem zu Beginn 900 Euro umfassenden Monatssalär auch auf der Gehaltsliste. Im Gegenzug verpflichten sich die Ingenieure, bis mindestens zwei Jahre nach Abschluss des auf acht Semester ausgelegten Bachelor-Studiums bei der Stange zu bleiben. Frank Eisoldt, Geschäftsführer der GMSH, weiß aber aus Erfahrung, dass der Klebeeffekt beachtlich ist: „Die meisten bleiben sehr lange, wenn sie erst einmal angedockt sind.“

Kapazitäten sollen sich bis 2020 verdoppeln

Fünf industriebegleitende Studienplätze sind für die GMSH reserviert, sogar deren zehn für den Landesbetrieb Straßenbau und zwei für die Küstenschützer des LKN. Mühelos hätten diese Betriebe sogar ein Vielfaches dieser Plätze vergeben können. So kamen bisher bei der GMSH 40 Bewerbungen zusammen, und um die zwei Plätze des LKN rangelten 26 Kandidaten. Kaum anders sieht es bei der Heinrich Karstens Bauunternehmung, der Ingenieurgesellschaft Possel und Partner (IPP), der Trebes Unternehmensgruppe und den anderen beteiligten privaten Firmen aus.

Damit ist für Prof. Beer schon jetzt absehbar, dass es an seiner Hochschule nicht bei 40 Anfängerplätzen bleiben wird. Er will sich dafür einsetzen, dass vom Jahr 2020 an die Kapazität verdoppelt wird. Fürs Erste ist der Präsident aber mit dem jetzigen Volumen zufrieden, denn die für das gewünschte Wachstum nötige Infrastruktur muss zu einem guten Teil erst noch geschaffen werden. Vorlesungen und Seminare finden zunächst in Containern statt, mit Laborräumen hilft die Uni Kiel aus, und bei den vier zum Auftakt besetzten Professuren wird es auf Dauer ebenfalls nicht bleiben.

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