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Kiel Jetzt kommt’s auf die Bürger an
Kiel Jetzt kommt’s auf die Bürger an
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21:30 17.09.2015
Von Jürgen Küppers
Hans-Friedrich Traulsen, SPD-Ratsfraktionsvorsitzender: „Olympia macht unsere weltoffene Stadt noch bekannter. Wir hoffen auf Hilfe von Bund und Land für einen kräftigen städtebaulichen Schub, besonders für die Kieler Infrastruktur.“ Quelle: Frank Peter
Kiel

Mit dem Ratsbeschluss steht damit nun auch die Fragestellung an die Bürger fest. Sie lautet: „Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt Kiel im Rahmen der Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Freien und Hansestadt Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen und gegebenenfalls Paralympischen Segelwettbewerbe im Jahr 2024 bewirbt?“

 Oberbürgermeister Ulf Kämpfer nutzte die Gelegenheit, erneut „die vielen guten Gründe“ für eine Bewerbung aufzulisten – angefangen vom „unschätzbaren Wert“ einer Image-Aufwertung der Stadt bis zu den Chancen einer entscheidenden Weiterentwicklung Kiels mit Hilfe von Zuschüssen: „Hierbei öffnen sich Türen, die uns sonst verschlossen blieben.“

 Trotz dieser vielen Vorteile hielt der OB den für die Bewerbung ausschlaggebenden Bürgerentscheid beider Partnerstädte nach Vorlage erster Kostenschätzungen Anfang Oktober für unerlässlich. „Denn wir wollen kein laues Ja, wir wollen die Zustimmung von möglichst vielen echten, überzeugten Olympia-Fans.“

 Für SPD-Ratsherr Falk Stadelmann stellte sich nicht die Frage, ob die Spiele zu teuer ausfallen könnten oder nicht: „Die Frage ist vielmehr, wie hoch die Kosten sind, wenn wir die ohnehin anstehenden Infrastrukturmaßnahmen alle selber finanzieren müssten.“ Dennoch müsse die Transparenz des weiteren Verfahrens sowie die Mitsprache der Bürger bei den Planungen weiterhin oberstes Gebot bleiben.

 Auch die CDU-Fraktion bekannte sich zum Bewerbungsverfahren einschließlich des Bürgerentscheids. Auch wenn vieles noch nicht klar und beratungsfähig sei – zum Beispiel die Kosten –, sei der erhoffte Rückenwind der Kieler beim Bürgerentscheid von elementarer Bedeutung für das weitere Vorgehen.

 Trotz Kritik am Mobilitätskonzept in der Olympia-Machbarkeitsstudie („... keine Schienenanbindung Schilksees“) bekannte sich auch Grünen-Ratsherr Lutz Oschmann zu Olympia 2024. Mögliche Risiken seien dabei natürlich nicht gänzlich auszuschließen. „Wenn man diese aber völlig ausschließen will, kann man gar keine großen Projekte mehr anfassen.“

 All diese Argumente überzeugten die Linken nicht. Sie blieben bei ihrer Ablehnung der Olympia-Bewerbung Kiels und des Bürgerentscheids am 29. November. Der Zeitpunkt sei einfach zu früh, um sich ein Urteil über die Anfang Oktober erstmals vorliegenden Kostenschätzungen zu bilden. Außerdem verstießen die IOC-Verträge mit den Gastgeberstädten teilweise sogar gegen Grundrechte. So seien beispielsweise Kundgebungen vor oder nach den Spielen in diesen Städten verboten.

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