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Kiel Friedrichsort soll nicht veröden
Kiel Friedrichsort soll nicht veröden
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13:50 11.02.2019
Von Petra Krause
Immer mehr Ladengeschäfte in der Friedrichsorter Einkaufsstraße stehen leer. Als Grund werden auch hohe Mieten genannt. Quelle: Uwe Paesler
Kiel-Friedrichsort

Dabei geht es Marvin Schmidt (SSW), der das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatte, nicht um mehr Discounter („Die reichen nicht aus, um einen Stadtteil attraktiv zu machen“), sondern um die Schließung kleinerer Geschäfte. Zudem seien „Leerstände generell nicht attraktiv“. In einem Antrag wird die städtische Verwaltung aufgefordert zu prüfen, wie viele Ladenleerstände in der Ortsmitte von Friedrichsort, genauer in den Straßen „An der Schanze“, „Zum Dänischen Wohld“ und „Friedrichsorter Straße“, bestehen. Zugleich solle die Stadt herausfinden, wie viele Einzelhandelsgeschäfte den Ortskern in den vergangenen zwei Jahren verlassen haben. Zudem wird die Stadt auch um Ideen gebeten, den Friedrichsorter Ortskern nicht weiter veröden zu lassen. 

Hohe Mieten ein Grund für die Leerstände

Ortsbeiratsvorsitzender Hans-Meinert Redlin fand den Begriff Verödung „etwas unpassend“. Daniel Götz (Grüne) dagegen war auch aufgefallen, „dass es über die Jahre und Jahrzehnte ein bisschen bergab geht“. Und auch CDU-Ratsfrau Erika Diehr, die mindestens zweimal in der Woche im Ort einkaufe, sei das schon aufgefallen. Teilweise seien die Mieten sehr hoch, nannte sie einen Grund für die Leerstände.

Erschrocken bei einem Abstecher in die Einkaufsstraße

Jörn Genoux, Leiter des städtischen Wirtschaftsreferats, der selbst sechs Jahre in Dorf Pries gewohnt hatte, gab zu, „ein bisschen erschrocken“ gewesen zu sein bei einem kleinen Abstecher durch die Einkaufsstraße vor der Sitzung. Erste Erfahrungen mit Leerständen sammele man gerade in der Innenstadt. Aber eine Verödung, das „können und wollen wir als Stadt nicht hinnehmen“. Andererseits seien die Immobilien in Privatbesitz. Man müsse ein Netzwerk schaffen, schlug er vor. Denn nur in der Gemeinschaft könne man etwas bewegen. Auf alle Fälle sei es ein langer und mühevoller Weg.

Nördliche Stadtteile sollten zusammenarbeiten

Dem SPD-Ratsherrn Volkhard Hanns klang das alles zu negativ. Er wollte lieber das Positive wie die vorbildliche Infrastruktur hervorheben. „Vieles ist hier nach vorne gegangen.“ Von Verödung zu sprechen, sei für ihn völlig überzogen. Dem widersprach die stellvertretende Vorsitzende vom SV Friedrichsort, Katrin Steen, entschieden: Es gebe immer mehr Billigläden. Die Durchmischung müsse besser sein, „damit wieder Leben in die Bude kommt“. Es gebe viele schöne Ecken, manches sei aber auch makaber. „Ich bin überzeugt, dass Friedrichsort Potenzial hat – auch zusammen mit Schilksee und Holtenau“, plädierte sie für eine engere Zusammenarbeit der nördlichen Stadtteile.

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