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Kiel Siebenjährige verschleppt und vergewaltigt
Kiel Siebenjährige verschleppt und vergewaltigt
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20:59 02.02.2016
Von Bastian Modrow
Ein 30-Jähriger soll im Stadtteil Gaarden ein siebenjähriges Mädchen auf dem Schulhof angesprochen, in seine Wohnung gelockt und dort sexuell schwer missbraucht haben. Quelle: Ulf Dahl

Wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler erklärte, soll der Verdächtige vor wenigen Wochen schon einmal ein fünfjähriges Kind auf dem Gelände eines Gaardener Kindergartens sexuell missbraucht haben. Obwohl der Mann bereits nach der ersten Tat vorläufig festgenommen worden sei, hätten die Behörden den Beschuldigten aber damals freilassen müssen, so der Oberstaatsanwalt.

Mit einer Puppe in die Wohnung gelockt

Nach Polizeiangaben soll der 30-Jährige, bei dem es sich um einen Deutschen turkmenischer Abstammung handelt, am Sonntag gegen 11 Uhr zwei Mädchen auf dem Spielplatz der Hans-Christian-Andersen-Schule angesprochen haben. Unter einem Vorwand versuchte der Tatverdächtige, die Kinder in seine Wohnung am Vineta-Platz zu locken. Nach Informationen der Kieler Nachrichten zeigte er den Kindern eine Puppe. Nur eines der Mädchen folgte dem Mann bis in die Wohnung. „Dort kam es zum schweren sexuellen Missbrauch der Siebenjährigen, anschließend schickte er das Kind weg“, sagt Bieler. Das Opfer habe sich seiner Mutter anvertraut, die die Polizei alarmierte. „Bei einer rechtsmedizinischen Untersuchung des Kindes wurden erhebliche Verletzungen festgestellt“, sagt der Oberstaatsanwalt.

In Kiel Gaarden wurde eine Siebenjährige verschleppt und missbraucht. Hier sehen Sie Bilder von der Schule.

Gegenüber der Polizei konnte das Mädchen genaue Angaben zu Täter und Tatort machen, so dass die Polizei schnell den Verdächtigen ausfindig machte. „In der Wohnung wurde umfangreiche Beweismittel sichergestellt“, so Bieler. Obwohl der Beschuldigte zu den Vorwürfen schweigt, wurde Haftbefehl gegen den 30-Jährigen erlassen – „wegen zweifachen schweren sexuellen Missbrauchs“, sagt Bieler. Besonders tragisch ist, dass der Mann bereits im Januar schon einmal festgenommen worden war, nachdem er sich an einem erst fünf Jahre alten Mädchen auf dem Gelände eines Kindergartens vergangen haben soll, erklärt Bieler.

Anzeige mit Verzögerung

Die Polizei hatte dagegen am Dienstag in einer Pressemitteilung lediglich davon gesprochen, dass der Mann das Kind „sexuell bedrängt“ habe. Dies sei so mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt gewesen, hieß es am Abend.

Zwar wurde auch die Fünfjährige medizinisch untersucht, was den Verdacht auf schweren Missbrauch bestätigt habe, sagt Bieler. Allerdings sei der Fall erst „mit Verzögerung“ bei der Polizei angezeigt worden. Zudem habe es „Widersprüchlichkeiten in der Aussage des Kindes gegeben“. Ein Haftbefehl hätte deshalb damals keine Erfolgschancen gehabt. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt einen Gutachter eingeschaltet, der die Schuldfähigkeit des Verdächtigen prüfen soll. „Es gibt Hinweise, die auf eine psychische Erkrankung des 30-Jährigen schließen lassen“, sagt Bieler. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, soll der Verdächtige in einem forensischen Krankenhaus untergebracht werden.

Unter Gaardener Eltern gibt es Kritik an der Polizei: Die Schule, die die Siebenjährige besucht, war erst am Dienstag von der Mutter der Erstklässlerin über die Tat informiert worden. Kritik, die ein Polizeisprecher am Abend zurückwies. Behördenleiter Thomas Bauchrowitz sei „froh und stolz über die rasche Aufklärung des Falles und die gute Arbeit seiner Beamten“, sagte der Sprecher.

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