Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Null Toleranz an Stromtankstellen
Kiel Null Toleranz an Stromtankstellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:20 25.09.2018
Von Karen Schwenke
Falschparker: Die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung notieren sich die Autokennzeichen, machen Fotos und bestellen den Abschleppdienst. Quelle: Frank Peter
Kiel

Markttag am Blücher. Michael Walther kommt mit seinem kleinen Smart Electric Drive vorbei, um ihn am Blücherplatz mit Strom zu betanken. Doch auf den beiden Parkplätzen neben der E-Ladesäule stehen ein weißer VW-Polo und ein schwarzer Landrover. Zwei mit Kraftstoff angetriebene Autos, die hier gar nicht parken dürfen. „Null Toleranz“ hat das Ordnungsamt in solchen Fällen angeordnet.

160 Euro kostet die kurze Falschparkerei

Und tatsächlich ist Armin Summa von der Verkehrsüberwachung schon dabei, sich die Autokennzeichen in seinem Smartphone zu notieren, Fotos zu machen und den Abschleppdienst zu bestellen. Das wird teuer. 160 Euro kostet die kurze Falschparkerei – inklusive Verwarngeld und Abschleppen. Aber auch für den E-Autofahrer ist die Wartezeit eine Zumutung.

„Das ist mir jetzt zum fünften Mal in Folge passiert: Ich will mein Auto laden, aber die Fläche ist blockiert von einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor“, berichtet Walther. Er rufe dann immer das Ordnungsamt an, doch bis jemand kommt, dauere es 15 Minuten und länger – und dann nochmal bis das Abschleppfahrzeug eintrifft

Ordnungsamt wird mehrmals pro Woche gerufen

„Das erleben wir täglich“, sagt Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster. „Man muss sich mal vorstellen, man fährt zur Tankstelle und muss ewig warten, bis man tanken kann.“ Mehrmals pro Woche erreichen nicht nur das Ordnungsamt, sondern auch die Stadtwerke Anrufe von genervten E-Mobilisten, die entweder auf den Abschleppdienst warten oder sich mit fast leerem Akku auf die Suche nach einer anderen, freien Ladesäule machen mussten.

„Die Menschen sind leider sehr egoistisch, alle wollen E-Mobilität fördern und wünschen sich ein sauberes Klima, aber verstellen dann die E-Ladesäulen.“ Nun wolle er niemanden denunzieren, so Schuster, sondern nur aufklären und die Autofahrer für das Thema sensibilisieren: „Wir wünschen uns, dass alle Autofahrer respektvoll miteinander umgehen.“ Übrigens auch die E-Mobilisten untereinander, „die die Parkflächen nicht als Dauerparkplatz nutzen sollten“.

Infrastruktur für E-Autos wächst

Die Infrastruktur für E-Autos ist in Schleswig-Holstein und in der Landeshauptstadt noch vergleichsweise dürftig. Nach dem vor einigen Tagen veröffentlichten Ladesäulenregister des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) belegt Hamburg im Städte-Ranking mit 785 öffentlich zugänglichen Ladepunkten den ersten Platz, dicht gefolgt von Berlin (743).

Aachen, eine Stadt mit ähnlicher Einwohnerzahl wie Kiel, belegt den 10. Platz mit 83 öffentlich zugänglichen Ladesäulen. Kiel hat hingegen aktuell 17. In ganz Schleswig-Holstein liegt die Zahl bei 368, während Spitzenreiter Bayern 2715 und beispielsweise Niedersachsen 1172 haben.

Ladesäulen für Elektroautos in Schleswig-Holstein

Die Stadtwerke wollen in Kiel noch mehr Lademöglichkeiten für E-Autos schaffen. Bisher sind die 17 öffentlich zugänglichen Ladestationen auf neun Standorte im Stadtgebiet verteilt. Weitere 40 bis 50 sind laut Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster geplant.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kiel Sophienhof in Kiel - 18-Jährige sexuell belästigt

Ein Fall von sexueller Belästigung im Sophienhof schlägt hohe Wellen. Mitte September war dort eine 18-jährige Kielerin von einem Mann belästigt und unsittlich berührt worden. „Den Fall können wir bestätigen, das Verfahren läuft“, sagte Kiels Polizeisprecher Oliver Pohl am Montag.

Frank Behling 24.09.2018

In der Fußball-Kreisliga Mitte-Ost kassierte Tabellenführer Wiker SV seine zweite Heimniederlage in Folge. Die Imeri-Elf verlor das Spitzenduell gegen den ärgsten Rivalen Inter Türkspor Kiel II mit 0:1, sodass der einst kapitale Vorsprung auf nunmehr zwei Zähler zusammenschmolz.

24.09.2018

Selbstbedienungskassen sind in Mode gekommen. Sie sparen Personalkosten und sollen Kunden Wartezeiten an den klassischen Kassen ersparen. Diese Kassen bringen findige Diebe aber auch auf dumme Gedanken. So geschehen bei Ikea in Kiel.

Frank Behling 24.09.2018