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Kiel Müll stinkt dem Ortsbeirat gewaltig
Kiel Müll stinkt dem Ortsbeirat gewaltig
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09:12 15.06.2018
Von Martin Geist
Mehr als drei Wochen lag dieser spektakuläre Müllhaufen an der Norddeutschen Straße in Gaarden. Eine Anwohnerin hat nach eigenen Angaben die Verursacher gegenüber der Stadt beim Namen genannt, passiert sei aber nichts. Quelle: Martin Geist
Kiel

Michael Müller vom ABK betonte am Mittwochabend in der Sitzung, dass sein Unternehmen sehr aktiv sei, um das Problem in den Griff zu bekommen. Besonders in der Iltisstraße habe es zuletzt von Gesprächen mit Mietern über Schreiben an die Hauseigentümer und mehrsprachige Aufklärung bis zu gemeinsamen Aktionen mit der Polizei zahlreiche Aktivitäten gegeben. Der Erfolg ist auch aus Sicht von Müller überschaubar. Kurz vor der Sitzung des Ortsbeirats habe er sich im Stadtteil umgesehen und sei über das Ausmaß der Vermüllung „ziemlich erschrocken“ gewesen.

Gefahr, dass die Sitten erst recht verlottern?

Schon jetzt setzt der ABK in Gaarden ein Fahrzeug ein, das Sperrmüll einsammelt, der nicht am regulären Abholtag Mittwoch vor die Häuser gestellt wird. Nun denken die Entsorger darüber nach, diese Strategie auszuweiten. Doch das, so stellte Müller klar, würde ein neues Fahrzeug und zusätzliches Personal erfordern. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Sitten erst recht verlottern und im Wissen, der Abfall werde ja sowieso immer abgeholt, noch mehr wilder Müll abgestellt wird.

Genau das fürchtet auch Ortsbeiratsmitglied Sonja Plambeck (SPD). Wenn solche Vergehen durch Service belohnt würden, entstehe „überhaupt kein Lerneffekt“. Ihr Parteifreund Nesimi Temel zeigte sich ebenfalls zerknirscht.  Rainer Kuberski (FDP) forderte deshalb genauso wie viele andere Diskussionsteilnehmer wirksame Sanktionen gegen die Übeltäter. „Es muss sich doch irgendwie ermitteln lassen, wer den Müll da hinlegt“, betonte er und war sich einig mit seinem Vorsitzenden Bruno Levtzow (SPD). „Der ABK alleine kann das nicht schaffen“, meinte er. „Es muss das Ordnungsamt dabei sein.“

Kommunaler Ordnungsdienst ist eine Hoffnung

Dass dies nötig ist, konnte Michael Müller nur bestätigen. „Wir brauchen ordnungsrechtliche Unterstützung“, sagte er und äußerte die Hoffnung, dass mit der geplanten Einführung eines kommunalen Ordnungsdienstes etwas passiert.

Eine Hoffnung, der Heinz-Rudolf Jungnickel (SPD) allerdings sogleich einen Dämpfer versetzte. Wirklich tätig wird der Dienst nach seinen Informationen wohl kaum vor Jahresende. Derzeit werde noch über Ausstattung, Dienstkleidung und andere Details diskutiert, losgehen könne es zudem erst nach einer mehrmonatigen Ausbildung.

„Es hakt in Kiel“, kritisierte darauf Fedor Mrozek (CDU) die Situation, und niemand mochte dieser Einschätzung widersprechen. Die Stadt sei gefordert, schleunigst in die Hufe zu kommen, ließ Bruno Levtzow das Ende der Geduld erkennen.

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