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Kiel Schutz vor den Tücken im Netz
Kiel Schutz vor den Tücken im Netz
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10:04 20.06.2018
Von Karina Dreyer
"Medienleuchten" für mehr Sicherheit im Netz: Die Humboldt-Schüler Jan Hinrich Kunau (links), Lydia Ehrlich und Yasin Seroka (rechts) mit dem Informatiker Henning Evers. Quelle: Karina Dreyer
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Kiel

Die Medienleuchten gehören zu einem Projekt, bei dem Schüler der achten bis zwölften Klasse ihren jüngeren Mitschülern in jeweils vier Workshops Medienkompetenz vermitteln sowie die Basis für ein soziales und nettes Miteinander im Netz schaffen wollen. Vier Humboldtschüler wurden dafür im November von Informatiker Henning Evers und Sozialpädagogin Mareike Häseker an vier Tagen ausgebildet. Seit Januar sind sie bereits im Einsatz.

„Im Grundworkshop beginnen wir mit der Frage, was Gewalt ist und wie man sie definiert“, erklärt der 15-jährige Jan Hinrich Kunau. Meistens würde das mit der Beschreibung von körperlicher Gewalt beginnen, dann käme aber schnell das Thema seelische Gewalt wie Mobbing hinzu. Und zu der kann es in den sozialen Netzwerken allzu schnell kommen.

Wie man sich in Gruppenchats verhält

Die jungen Schüler lernen von den Medienleuchten, wie sie sich schützen können. So zum Beispiel bei Whatsapp-Gruppen, die von den meisten Schülern trotz der neuen Altersbeschränkung genutzt werden. „Viele fühlen sich nachts von Nachrichten, ekelhaften Videos oder Kettenbriefen gestört. Da kann man das Handy ausmachen oder sich darauf einigen, dass nachts nur geschrieben wird, wenn es wirklich wichtig ist“, berichtet Lydia Ehrlich, 14 Jahre alt. Die Medienleuchten stellen sich auch eine Zeit lang als Administratoren zur Verfügung, „aber die Schüler entscheiden selbst über die Regeln“, so Yasin Seroka.

Über die Form geht es dann weiter zu Inhalten und Tragweite der Nutzung. Denn oft gelangen Nachrichten, die einem selbst oder anderen schaden, gewollt oder ungewollt ins Netz und damit auch in die Öffentlichkeit.

Die Medienleuchten erklären, welche persönlichen Daten die Schüler durch ihre Kommunikation preisgeben, wer sich alles Kopien machen und diese später nutzen kann. „Wir fragen die Schüler, ob sie ein Foto von sich am Eingang der Schule heften oder uns ihre privaten Daten geben würden“, beschreibt Yasin. Wenn die Schüler das verneinten, „erklären wir, dass sie das bei Whatsapp, Facebook, Snapchat oder anderen Medien schon längst getan haben“.

Auf Augenhöhe kann mehr erreicht werden

Das Medienleuchten-Quartett ist sich sicher, dass es auf Augenhöhe bei den Mitschülern mehr erreichen und besser das Bewusstsein für schützenswerte Daten wecken kann als Erwachsene. „Viele Lehrer haben keine Ahnung von der Thematik und wollen das auch gar nicht. Wir haben eine Ausbildung gemacht und haben die Zeit“, betont Yasin. Die vier Schüler haben sich bereits zu richtigen Medienprofis entwickelt: Mit den jüngeren Mitschülern schauen sie sich Fotos an, sprechen über Persönlichkeits- und Urheberrechte, Kopierschutz, auch die neue Datenschutzverordnung war schon Thema.

Zudem gehören sichere Pin-Nummern und Passwörter zu den Themen in den Workshops. Und ganz nebenbei macht die Vermittlung von Wissen auch noch Spaß: „Manche Klassen sind total entspannt und hören richtig zu, das ist toll“, freut sich Jan Hinrich Kunau.

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