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Kiel Die Ex zur „Hinrichtung“ verschleppt
Kiel Die Ex zur „Hinrichtung“ verschleppt
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10:00 27.09.2018
Von Thomas Geyer
„Wie soll man das Szenario anders verstehen als eine Hinrichtung?“, kommentiert der Staatsanwalt den Tatablauf im Wald, der dem Drehbuch eines drittklassigen Horrorfilms zu folgen scheint. Quelle: Olaf Malzahn
Kiel

Wie besessen prügelte er auf sie ein, verschleppte sie im Pkw in ein Waldstück bei Schierensee und kündigte an, sie töten zu wollen. Der Prozess um Freiheitsberaubung, Bedrohung, gefährliche Körperverletzung und Waffendelikte begann mit einem pauschalen Geständnis – nicht aus dem Mund des Angeklagten, sondern in Form einer Erklärung seines Verteidigers: „Ja, es hat diese Gewalttaten gegeben“, teilte der Anwalt mit. „Er weiß nicht, was in ihn gefahren ist, stand komplett neben sich.“

Staatsanwalt will keine Bewährungsstrafe akzeptieren

Zwei Jahre und acht Monate lägen die Vorfälle jetzt zurück, betont der Verteidiger. Sein Vorschlag, den nicht vorbestraften und auch später nicht wieder aufgefallenen Handwerker mit einer Bewährungsstrafe ziehen zu lassen, stößt beim Vorsitzenden auf offene Ohren, beim Staatsanwalt jedoch auf Granit. Der Ankläger besteht darauf, die damals 26-jährige Geschädigte als Zeugin zu hören. Deshalb wird der Prozess, der bei einem ersten Anlauf im März geplatzt war, Anfang Oktober fortgesetzt.

Es klingt wie das Drehbuch zu einem drittklassigen Horrorfilm

„Wie soll man das Szenario anders verstehen als eine Hinrichtung?“, kommentiert der Staatsanwalt den Tatablauf im Wald, der dem Drehbuch eines drittklassigen Horrorfilms zu folgen scheint. Dort hatte der bekennende „leidenschaftliche Sammler von Kriegswaffen und Nazi-Sachen“ der Mutter des gemeinsamen Kindes angekündigt, sie an einen Baum zu binden, zu töten und den Wildschweinen als Fraß zu überlassen.

Der ehemalige Bundeswehrsoldat schoss der Ex-Freundin vor die Füße

Laut Vorwurf zielte der ehemalige Bundeswehrsoldat mit der Schrotflinte, die er unbemerkt aus seinem Audi A 8 mit in den Wald genommen hatte, auf die Ex-Freundin, fragte sie nach den Gründen der Trennung und feuerte aus nur 1,5 Metern Entfernung ab. Die Schrotladung landete unmittelbar vor dem Opfer im Waldboden. Dann prügelte er mit dem Gewehr so heftig auf die Frau ein, dass es zerbrach. Aus Wut darüber soll er mit Fäusten weiter auf sie eingeschlagen haben.

Der Angeklagte wünscht sich vor Gericht, sein Kind wiederzusehen

Die von mehr als einem Dutzend Blutergüssen und Quetschungen gezeichnete Frau brachte er anschließend in seine Wohnung und hielt sie laut Vorwurf dort fest, bis Zeugen vor der Tür standen und ihre Freilassung forderten. Heute steht der Angeklagte zu seinen Handlungen, kann sich aber angeblich weder an Einzelheiten noch an seine Motive erinnern. Deutlicher als Reue, Ratlosigkeit und Erschrecken vor sich selbst bringt der Mann den Wunsch zum Ausdruck, endlich sein Kind wiedersehen zu dürfen, zu dem er seitdem keinen Kontakt mehr habe.

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