Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Eifersuchtsdrama eskalierte in der Disco
Kiel Eifersuchtsdrama eskalierte in der Disco
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 02.11.2018
Von Thomas Geyer
Streit unter Nebenbuhlern: In einer Disco (Symbolfoto) in der Bergstraße kam es zu lebensgefährlichen Messerstichen. Quelle: Martin Schutt, dpa
Kiel

Die 28 und 33 Jahre alten Angeklagten sitzen seit dem Vorfall in U-Haft. Zum Prozessauftakt teilten sie über ihre Verteidiger mit, die Tatvorwürfe „schweigend zu bestreiten“. Beide machen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, keiner will sich zur Sache oder auch nur zur Person äußern. Hintergrund der Messerstecherei ist offenbar ein seit Jahren schwelender Konflikt zwischen dem 39-jährigen Tatopfer und dem 33-jährigen Angeklagten.

Streit zwischen Nebenbuhlern

Vor mehr als sieben Jahren soll der Angeklagte die Ehefrau des späteren Opfers geschwängert haben. Die Ehe ging in die Brüche. „Sein“ erstes Kind, so musste der werdende Vater vor der Scheidung erfahren, stammte von einem anderen Mann. Fortan soll es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den Nebenbuhlern gegeben haben. Auch dann noch, als der betrogene Ehemann längst wieder eine neue Lebensgefährtin hatte.

Der Koch, der in der Diskothek gegen zwei Uhr morgens durch Messerstiche in Brust, Bauch und Rücken lebensgefährlich verletzt wurde, hatte nach eigenen Angaben früher „aus Wut“ falsche Anschuldigungen gegen den Angeklagten erhoben. So behauptete er gegenüber der Polizei, von diesem mit einer Pistole bedroht worden zu sein. „Das stimmt leider nicht“, räumte der Zeuge gestern über eine Dolmetscherin ein. Er habe dem anderen schaden wollen. „Da war eine Kälte zwischen uns.“

Auf der Tanzfläche angesprochen

Wollte der Angeklagte den 39-Jährigen bei der Zufallsbegegnung in der Diskothek wegen übler Nachrede zur Rede stellen? Nach Zeugenaussagen stellte sein mitangeklagter Begleiter (28) den Kontakt zwischen den Kontrahenten her. Er sprach den Koch auf der Tanzfläche an: Er solle mal mitkommen, sein Kumpel wolle mit ihm reden. „Aus dem Zweiergespräch wurde eine Diskussion, aus der Diskussion ein Streit“, berichtet das spätere Opfer.

Im Wortgefecht habe ihm der 33-Jährige plötzlich ein Bierglas auf dem Kopf zerschlagen, so der Geschädigte weiter. Er selbst sei benommen zu Boden gegangen, habe sich wieder aufgerappelt und „ganz normal“ reagiert: „Ich habe ihm die Faust an den Kopf geschlagen. Er hat aus der Nase geblutet.“ Nun mischten sich offenbar nach Kräften zahlreiche Begleiter des leicht lädierten Angeklagten ein.

Stechender Schmerz im Brustkorb

„So ungefähr sieben Personen“ hätten auf ihn eingeschlagen, berichtet der Zeuge. Zuerst habe er am Brustkorb rechts oben einen stechenden Schmerz gespürt, dann auch im Bauch und im linken Nierenbereich. Seine neue Lebensgefährtin, die mit dabei war, sei ebenfalls angegriffen worden: „Sie ist zu Boden gestürzt.“

Bei ersten polizeilichen Aussagen als notoperierter Klinikpatient hatte der Verletzte gegenüber den Vernehmungsbeamten noch die Namen angeblicher Täter genannt. „Leider habe ich nicht die Wahrheit gesagt“, gab er gestern vor Gericht zu. Tatsache sei, dass er bei dem Tumult in der Diskothek wohl auch wegen der Lichtverhältnisse zu keiner Zeit ein Messer gesehen habe. Wer ihn niedergestochen habe, könne er nicht sagen.

Urteil Ende November?

Für die Aufarbeitung des Falles hat die Schwurgerichtskammer vier weitere Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte Ende November verkündet werden.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

November 1918. Ausnahmezustand. In nur einer Woche entfesselt sich in Kiel eine Revolution, die ganz Deutschland mitreißt. 100 Jahre später wirkt sich der Kieler Matrosenaufstand noch immer auf Politik und Gesellschaft aus. Von aufgestanden bis abgestraft — eine Momentaufnahme.

02.11.2018

Mit einem Hubschrauber hat die Polizei in Kiel am Donnerstagabend nach flüchtigen Einbrechern gesucht. Sie sind offenbar bei ihrem Diebeszug überrascht worden und haben mehr oder weniger unkoordiniert die Flucht angetreten.

01.11.2018

Mehr als 100 Studierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben bei einer Feierstunde im Kieler Rathaus ihre Deutschlandstipendien entgegengenommen. Die Fördersumme von insgesamt 300 Euro monatlich wird paritätisch von privaten Stiftern und dem Bundesministerium für Bildung getragen.

Alev Doğan 01.11.2018