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Viele knifflige Stellen für Zweiräder

Radwege in der Kritik Viele knifflige Stellen für Zweiräder

Wer sich an der Ecke Goethestraße/Lessingplatz am Schrevenpark postiert, kann wilde Beobachtungen machen: Radfahrer legen sich spät in die Kurve, weichen Fußgängern aus, die den Radweg queren – und umgekehrt, kommen sich auf schmaler Fahrbahn zu nah oder scheitern beim Abbiegen an Falschparkern.

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Kommen sich hier Radfahrer entgegen, wird es an der Umleitung vom Radweg am Schrevenpark auf die Goethestraße eng.

Quelle: eis - Thomas Eisenkraetzer

Kiel. Durch rot-weiß-gestreifte Baken angekündigt, wird hier der Radweg um den Park per asphaltierter Rampe auf die Goethestraße geleitet. Die ist um die Lessinghalle schon als Fahrradstraße ausgewiesen, soll aber künftig von der Stern- bis zur Gutenbergstraße reichen – dann soll der Weg um den Park Fußgängern vorbehalten sein (KN berichteten). Der Übergang macht aber viele nicht glücklich und ist ein Beispiel, wie schwierig es ist, Fahrradfreundlichkeit und Verkehrstauglichkeit in Kiel zu vereinbaren.

So war die im Sommer von der Stadt ausgeführte Baulösung einiger Kritik von Nutzern und im Ortsbeirat ausgesetzt. So hieß es aus dem Bauausschuss: Man möge lieber die Fußwege aus und in den Schrevenpark absperren und markieren, um alle Teilnehmer zu warnen. „Gerade im Dunkeln oder wenn zum Beispiel auf dem Fahrradweg Laub oder Schnee liegt, kann man nicht mehr gut erkennen, wo man eigentlich fahren soll“, erklärten Ausschussmitglieder, „wir verstehen, dass der von der Verwaltung vorgenommene Umbau die Personen schützen soll, die den Schrevenpark verlassen und bisher mit einem Schritt aus dem Park heraus auf dem Fahrradweg standen – was auch gefährlich ist.“ Der Verbesserungsvorschlag soll im Fahrradforum der Stadt Ende Januar diskutiert werden.

Eine weitere kritische Stelle monierte Grünen-Ratsherr Lutz Oschmann: Während der Lorentzendamm nördlich des Kleinen Kiels seit Dezember als Fahrradstraße firmiert, sieht Oschmann am Jensendamm „verkehrspolitischen Unsinn“. Eine Einbuchtung auf Höhe Küterstraße soll nächtliche Parkmöglichkeiten für Autos schaffen, beende aber jäh den dortigen Radweg. Er forderte OB Ulf Kämpfer auf, einzugreifen. Die Stadt verweist allerdings darauf, dass der Bau seit September besteht und Resultat eines einstimmigen Beschlusses im Bauausschuss von 2015 ist.

Noch aufgebrachter äußerte sich in einem Blogbeitrag ein Vertreter der Radaktivisten der „Critical Mass“, die auch gestern Abend wieder durch Kiel fuhren. Er sieht in den Bemühungen der Fahrradstadt Kiel „nichts als einen Papiertiger“.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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