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Kiel „Der fährt einen heißen Reifen“
Kiel „Der fährt einen heißen Reifen“
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15:00 10.11.2018
Von Thomas Geyer
Bis auf 157 km/h hatte der Pädagoge beschleunigt bevor seine rasante Fahrt, die im Video festgehalten wurde, auf Höhe der Kieler Müllverbrennungsanlage endete. Quelle: Polizei
Kiel

Sie ist auch auf sogenannte Einzelraser anwendbar. Eine Verhandlung nach Paragraf 315d StGB ist im Kieler Landgerichtsbezirk Neuland. Dort wird derzeit noch in zwei weiteren Verfahren ermittelt. Für Strafrichter Aljoscha Gonschior ist es eine Premiere. Er spricht den Biker (52) schuldig, belässt es jedoch bei einer Verwarnung mit Strafvorbehalt: Wenn der nicht vorbestrafte Familienvater sich in den nächsten zwölf Monaten nichts weiter zu Schulden kommen lässt, wird ihm die Geldstrafe von 900 Euro erlassen.

Der Pädagoge hatte es ziemlich eilig

Auf seiner 100-PS-Maschine hatte es der Pädagoge am 6. März nach der Arbeit offenbar eilig, nach Hause zu kommen. Im dichten Berufsverkehr auf der Stadtautobahn, der B76, fiel er gegen 16.25 Uhr am Holsteinkreisel der Besatzung einer Zivilstreife im Golf GTI auf. Wie die Videoanlage des Dienstwagens dokumentierte, fuhr er mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Süden.

Verfolgungsjagd endete in Höhe der Müllverbrennungsanlage

„Der fährt einen heißen Reifen“, stellt einer der Beamten auf der Bild- und Tonaufnahme fest. Auf Höhe der Ausfahrt zur A7 nach Hamburg nutzt der Drängler den Abbiegestreifen zum Rechtsüberholen eines Pkw, schwenkt danach im dichten Verkehr sofort wieder nach ganz links, rast dabei über die rechte Fahrspur ganz nach links zurück auf die Überholspur. „Oh Alter!“, kommentiert ein Verfolger die halsbrecherische Aktion. Die Verfolgungsjagd, bei der das Einsatzfahrzeug bis auf 157 km/h beschleunigt hat, endet an der Müllverbrennungsanlage.

Der Verteidiger will Berufung einlegen

Mit seiner grob verkehrswidrigen und rücksichtslosen Fahrweise habe der Angeklagte versucht, die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erzielen, hält ihm der Richter vor. Dies erfülle exakt den neuen Straftatbestand, für den das Gesetz bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe vorsieht. Sein Verteidiger Klaus-Peter Karkossa will trotzdem Berufung einlegen. Im Verhalten seines Mandanten sieht der Verkehrsrechtler nur Ordnungswidrigkeiten, die mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg zu ahnden seien.

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