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Kiel Kiel sagt Kippen den Kampf an
Kiel Kiel sagt Kippen den Kampf an
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07:00 07.09.2018
Von Martina Drexler
Wohin mit der Zigarettenkippe? Wenn Aschenbecher fehlen, landen die Stummel oft auf der Straße. Dieser Unsitte will die Stadt entgegentreten. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Die CDU wollte die Gaststättenbetreiber rechtlich verpflichten, für mehr Sauberkeit zu sorgen. SPD, Grüne und FDP änderten den Vorstoß: Sie fordern die Stadt auf, vor weitergehenden Maßnahmen erst das Gespräch mit den Betreibern zu suchen, um die Anzahl von Aschenbechern zu erhöhen.

In den Filtern sammeln sich toxische und krebserzeugende Substanzen

Schon ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser macht Fischen den Garaus, belegten Wissenschaftler von der San Diego State University mit Studien bereits vor Jahren. In den Filtern sammeln sich toxische und krebserzeugende Substanzen in hoher Konzentration an – dazu gehören neben Nikotin auch Arsen und Schwermetalle wie Blei, Kupfer, Chrom und Cadmium. Rainer Kreutz, nach eigenen Angaben über viele Jahre Genussraucher, zeigte sich als Antragsteller erschreckt über die 4300 Milliarden Zigarettenstummel, die weltweit im Jahr achtlos weggeworfen werden.  Wer in Kiel zu Fuß unterwegs sei, stelle immer häufiger gerade in den Eingangsbereichen vor Lokalen fest, dass auf dem Gehweg, in der Straßenrinne oder Baumscheiben viele Kippen lägen, kritisiert er. Daher drängt er auf kurzfristige Abhilfe, indem die Betreiber in die Pflicht genommen werden, die toxischen Abfälle zu entsorgen beziehungsweise mehr Aschenbecher aufzustellen.  Man solle überlegen, das Wegwerfen der Stummel mit einer Strafgebühr zu ahnden.

„Wer raucht, ist oft resistent gegen solche Kampagnen“

Im Ziel sei man sich einig, versicherte ihm SPD-Umweltpolitiker Max Dregelies im Innen- und Umweltausschuss. Kippen seien eine Gefahr für Mensch, Tier sowie das Grundwasser, aber um zu verhindern, dass sie sich vor Gaststätten anhäuften, „setzen wir dabei auf den Dialog mit den Beteiligten.“ Darüber hinaus gehe der CDU-Antrag nicht weit genug. SPD, Grüne und FDP fordern jetzt die Stadt zu einer eigenen Werbekampagne auf, die die Raucher für die Gefahren von Kippen sensibilisiere. Im Umfeld städtischer Gebäude und Großveranstaltungen solle sie prüfen, ob ausreichend Aschenbecher aufgestellt sind.

Im Ausschuss wurden Zweifel am Sinn einer solchen Kampagne laut: Björn Thoroe (Linke) findet, es gebe Sinnvolleres für einen Geldeinsatz. Und auch Kreutz wandte ein: „Wer raucht, ist oft resistent gegen solche Kampagnen.“

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