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Lautes Echo um das Stillen

Reaktionen im Netz Lautes Echo um das Stillen

Claudia Lass stieß beim öffentlichen Stillen ihrer Tochter auf die Grenzen der Kieler Toleranz. Dass die Geschichte Leser wie Politiker gleichermaßen beschäftigt, zeigten die Reaktionen am Dienstag. In den sozialen Medien wurde das Thema heiß diskutiert - und von vergleichbaren Fällen berichtet.

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Claudia Lass beschwert sich über mangelnde Möglichkeiten zum Stillen in der Öffentlichkeit

Quelle: Marco Nehmer

Kiel. Sogar die Grünen-Landeschefin Ann-Kathrin Tranziska mischte sich auf der Facebookseite der Kieler Nachrichten in die Diskussion ein. Dort entbrannte am Dienstag eine Debatte um das Stillen von Säuglingen im öffentlichen Raum, nachdem wir von einer betroffenen Mutter im Sophienhof berichtet hatten. "Dass Stillen in der Öffentlichkeit überhaupt noch diskutiert wird, ist eigentlich unglaublich. Ein völlig natürlicher Vorgang, von dem doch niemand gestört wird", schrieb Transziska.

Die Kieler SPD bezog in Person von Annika Schütt, Anna-Lena Walczak, Jannick Schultz, Moritz Koitka und Benjamin Raschke Stellung. Sie, allesamt junge oder werdende Eltern, erklärten: "Dass von Seiten einiger Café-Inhaber oder Sicherheitspersonal mit Unverständnis und Ablehnung reagiert wird, wenn eine Frau ihr Kind füttern muss, können wir nicht nachvollziehen. Hier geht es doch um das Grundbedürfnis eines kleinen Menschen und um seine Gesundheit."

Stadt Kiel soll stillenden Müttern entgegenkommen

Gesellschaftliches Leben müsse auch mit einem zu stillenden Kind möglich sein. Sie fordern, "dass die Stadt Kiel stillenden Müttern entgegenkommt. Wir setzen uns für die Erstellung eines familienfreundlichen Stadtplans ein." Dieser solle stillfreundliche Orte auflisten. Die Kommunalwahlkandidaten wollen zudem zukünftig die Einrichtung "freundlicher Stillecken" in öffentlichen Gebäuden anschieben.

Mit einem Stillsessel wie im Wickelraum des Sophienhofs ist es nach Meinung vieler indes nicht getan. "Die Idee ist ja gut, aber wirklich mitgedacht wurde wohl nicht, ich kann die Frau gut verstehen", schrieb eine Nutzerin, viele stimmten zu. "Warum muss der Stillsessel im Wickelraum sein? Niemand will neben einer Toilette essen", hieß es. Außerdem sei der Raum oft besetzt. "Essen und trinken ist in der Öffentlichkeit doch auch nicht verboten. Warum sollen kleine hilflose Babys es nicht dürfen?"

Auch andere Mütter wurden am Stillen gehindert

Andere erzählten von ähnlichen Erlebnissen. "Auch ich habe diese Erfahrung machen müssen in den Jahren 2013 und 2016. Selbst in einigen Cafés oder Restaurants in der Innenstadt", schrieb eine Mutter. Eine weitere Betroffene: "Ich musste auch mal im Sophienhof stillen und wurde gebeten, es doch bitte nicht hier in der Öffentlichkeit zu tun, da sich sonst die Passanten gestört fühlen könnten." Claudia Lass ist offenbar nicht alleine.

Karte: Hier kann man in Kiel Kinder öffentlich stillen

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